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Milieuschutz am Letteplatz: Fast 30 Prozent sind bereits Eigentumswohnungen

Der Bezirk könnte rund um den Letteplatz seinen ersten "Milieuschutz" erhalten – er wird nach Ansicht des Bezirksamtes aber auch der einzige bleiben.

Mit einer Erhaltungsverordnung soll die soziale Zusammensetzung der Wohnbevölkerung aus besonderen städtebaulichen Gründen geschützt werden. Ziel ist, Fehlentwicklungen zu vermeiden und Bewohner vor Verdrängung zu schützen. Als solche Fehlentwicklungen gelten teure „Luxusmodernisierungen“, aber auch die Umnutzung, Zusammenlegung oder der Abriss von preiswertem Wohnraum sowie die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen.

Eine „Milieuschutzverordnung“ ist in Reinickendorf-Ost gegenwärtig nach Ansicht des Bezirksamtes nur rund um den Letteplatz sinnvoll. Geprüft wurden die Bereiche rund den Hausotterplatz, den Schäfersee und den Letteplatz.

Haushaltsbefragung lieferte wichtige Anhaltspunkte

Für diese Untersuchung wurden im Rahmen einer schriftlichen Haushaltsbefragung Informationen zu den sozialen Verhältnissen und zur Wohnsituation erhoben, wie etwa die Wohndauer, Miethöhe, schon erfolgte Modernisierungen sowie der Nutzung der örtlichen Infrastruktur. Konkreten Handlungsbedarf erkannten die Planer nur für das Gebiet am Letteplatz. Während am Schäfersee und am Hausotterplatz erst nach einer etwaigen Schließung des Flughafens Tegel ein besonderer Aufwertungsdruck erwartet wird, sehen die Fachleute diesen am Letteplatz schon heute.

Dort gebe es ein hohes Aufwertungspotenzial insbesondere im Altbaubestand mit teils gravierenden Mängeln und vielen Wohnungen, die immer noch weder über Bad noch Zentralheizung verfügen. Zugleich ist die Quote an Eigentumswohnungen mit 29 Prozent dort überraschend hoch und das Gebiet verzeichnet einen überdurchschnittlich hohen Bevölkerungszuwachs. Darin sieht Bürgermeister Frank Balzer (CDU) durchaus Chancen: „Auch mit dem Zuzug junger Familien und einkommensstärkerer Neu-Reinickendorfer kann es gelingen, den Einzelhandel und das Leben rund um die Residenzstraße nachhaltig zu beleben.“ Wann der Milieuschutz greifen kann, ist ungewiss. Erst müssen die Bezirksverordneten diskutieren. 

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