Reha für den Lolopfuhl
Gewässer soll Amphibien und seltenen Pflanzen wieder Heimstatt bieten

Blick von der Brücke über den Meskengraben auf die Bäume, die den Lolopfuhl umstehen.
2Bilder
  • Blick von der Brücke über den Meskengraben auf die Bäume, die den Lolopfuhl umstehen.
  • Foto: Schilp
  • hochgeladen von Susanne Schilp

Am Rudower Lolopfuhl beginnen in diesen Tagen Arbeiten. Das kleine Naturdenkmal soll so hergerichtet werden, dass es wieder als stabiler Lebensraum für viele Tiere und Pflanze dienen kann.

Die Kosten für das Ganze trägt die Wohnbauten-Gesellschaft Stadt und Land. Es handelt sich um eine sogenannte Ausgleichsmaßnahme: Weil die Stadt und Land auf den Buckower Feldern an der Gerlinger Straße hunderte Wohnungen errichtet, ist sie verpflichtet, an anderer Stelle etwas für die Natur zu tun.

Der Lolopfuhl liegt zwischen Waßmannsdorfer Chaussee und Schönefelder Straße, nahe der Straße 179. Das in der Eiszeit entstandene Gewässer sei ein besonders wertvolles Feuchtbiotop, so Bernward Eberentz (CDU), Stadtrat für Natur und Umwelt. Es handele sich nicht nur um einen der letzten Feldpfuhle im Bezirk, sondern im Prinzip auch um einen Ort großer biologischer Vielfalt.

Problem heiße Sommer

Aber eben nur im Prinzip. Denn die vergangenen, regenarmen Sommer ließen den Boden bis in tiefe Schichten hinein austrocknen. Inzwischen ist der Pfuhl das ganze Jahr ohne Wasser. „In der Folge konnten sich Brombeergebüsche und Pappeln stark ausbreiten. Andere, auch seltene wurden Pflanzen verdrängt“, so der Stadtrat. Schlecht sah es in letzter Zeit auch für die vielen Amphibien aus, die hier lebten, so auch für die rar gewordene Knoblauchkröte. Denn die Tierchen sind im Frühjahr auf Wasser angewiesen, in dem sie ihren Laich ablegen können.

Nun soll eine Tonschicht in den Lolopfuhl eingebracht werden, damit das kostbare Nass künftig nicht so schnell versickert. Außerdem geplant ist eine Generalüberholung der existierenden Brunnenanlage, die dann bei Trockenheit den Teich mit Wasser versorgen kann. Besonders am südwestlichen Ufer wollen die Mitarbeiter des Grünflächenamts den Pflanzenbestand auslichten. Sinn und Zweck ist eine bessere Besonnung, damit sich wieder Ufer- und Wasserpflanzen ansiedeln, die ihrem Wesen nach hierher gehören.

Gesundes Gleichgewicht

Jetzt gehe es aber erst einmal darum, die Brombeeren zu roden und einige Bäume im Südwesten zu fällen, damit Baugeräte an den Pfuhl gebracht werden könnten, so Eberenz. „Der Eingriff wird so gering wie möglich gehalten. Der übrige Gehölzbestand bleibt unberührt“, garantiert er. Sobald die Tonschicht in die Gewässersohle eingezogen sei, würden auch Neupflanzungen vorgenommen.

Wer sich den Lolopfuhl und die umliegenden Wiesen und Pferdekoppeln einmal anschauen möchte, erreicht das Gebiet am besten von der Schönefelder Straße aus. Neben dem Haus mit der Nummer 96 führt ein Weg mit einer Brücke über den Meskengraben direkt auf den Lolopfuhl zu.

Blick von der Brücke über den Meskengraben auf die Bäume, die den Lolopfuhl umstehen.
Der kleine Pfuhl ist ein Naturdenkmal und eingezäunt.
Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

11 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

SozialesAnzeige

Online den richtigen Partner finden: Herzklopfen-berlin.de
Die Liebe hält keinen Winterschlaf – mit richtigem Dating den Traumpartner finden

Im Winter verlagert sich das Leben nach drinnen. Das gilt in diesem Jahr besonders. Wenn es draußen kalt und dunkel wird, freut man sich umso mehr auf ein warmes Zuhause. Mit einem Glas Wein oder einem heißen Kakao, einem guten Buch in der Hand oder einem schönen Film im Fernsehen – während vor den Fenstern die Lichter der Hauptstadt leuchten oder sogar ein paar Schneeflocken vorbeiwirbeln. Was es gäbe es da schöneres, als das Glück eines entspannten Winterabends auf dem Sofa oder im Bett mit...

  • Schöneberg
  • 21.12.20
  • 566× gelesen
KulturAnzeige
2 Bilder

Im Mauerpark soll ein Park- und Kulturzentrum entstehen
Nutzer/in zum Sommer 2021 gesucht für Park- und Kulturzentrum „Kartoffelhalle“ im Mauerpark

In der Erweiterung des Mauerparks soll in einem ehemaligen Gewerbebau ein Park- und Kulturzentrum entstehen, welches ein für jedermann zugänglicher Ort der Erinnerung, Kultur und Begegnung im Mauerpark werden soll. Neben einer Attraktion für Besucher*innen soll die Kartoffelhalle im Wesentlichen auch einen multifunktionalen Treffpunkt für die Anwohner*innen aus der näheren Umgebung bieten. Hierfür wird das Gebäude aktuell im Rahmen der Sanierung für eine Nutzung als Park- und Kulturzentrum...

  • Mitte
  • 22.12.20
  • 859× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen