Milieuschutz wird nicht empfohlen: Bewohner des Weitlingkiezes wundern sich über Ergebnis von Bezirksamtsstudie

Die Mieter rund um die Friedastraße protestierten bei der Ausschusssitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 1. September.
  • Die Mieter rund um die Friedastraße protestierten bei der Ausschusssitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 1. September.
  • Foto: Wrobel
  • hochgeladen von Karolina Wrobel

Rummelsburg. Greift im Weitlingkiez die Gentrifizierung um sich? Diese Frage sollte eine Untersuchung klären. Das Ergebnis wird unterschiedlich gesehen.

Werden die bisherigen Anwohner verdrängt? Diese Frage sollte eine Studie im Auftrag des Bezirksamtes klären. Denn viele Mieter rund um die Weitlingstraße beobachten Veränderungen – oder sind direkt von ihnen betroffen. Wie etwa die Mieter der in den 1930er-Jahren erbauten Wohnanlage an der Frieda-, Meta- und Irenenstraße. 2012 hatte die damalige Eigentümerin, die Aktiengesellschaft GSW Immobilien, angekündigt, rund 500 Wohnungen zu modernisieren. Viele alte Mieter sahen sich mit künftigen Mieterhöhungen von über 200 Euro konfrontiert (die Berliner Woche berichtete). Das Bezirksamt als genehmigende Behörde hatte damals keine wirkliche Handhabe, um das zu verhindern. Viele Mieter fühlten sich im Stich gelassen.

So wollte man aus dem damaligen Debakel Lehren ziehen. Auf einen Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und der SPD wurde nun in den vergangenen Monaten überprüft, ob sich ein geeignetes Instrument finden ließe, dass der Verdrängung alter Mieter etwas entgegensetzen könnte. Eine sogenannte Erhaltungssatzung, auch Milieuschutz genannt, wäre ein solches Instrument. Modernisierungen wären dann vielfach nur mit Genehmigung der Behörden möglich.

Das Ergebnis der Studie: "Die bisherigen Modernisierungsinvestitionen haben bislang keine relevanten Auswirkungen auf die Sozialstruktur gehabt", heißt es im offiziellen Abschlussbericht des Bezirksamtes. Eine Erhaltungssatzung werde deshalb nicht empfohlen. Im Ausschuss für ökologische Stadtentwicklung am 1. September, in dem das Ergebnis durch den Gutachter Sigmar Gude von der Firma Topos vorgestellt wurde, sorgte das Untersuchungsergebnis für Diskussionen.

Anwesend waren auch Mieter der Siedlung rund um die Friedastraße. Sie zeigten sich verwundert über das Untersuchungsergebnis, weil viele der Wohnungen in der Vergangenheit nicht nur modernisiert wurden. Sie wurden durch die neue Eigentümerin der Wohnanlage – die GSW hatte sie an die Deutsche Wohnen weiterveräußert – darüber informiert, dass die Wohnungen zu Eigentumswohnungen werden sollen. Erneut gibt es die Angst, verdrängt zu werden: "Es wäre an der Zeit, solchen städtebaulichen Entwicklungen vorzusorgen und nicht ihnen hinterherzulaufen", sagte eine Mieterin. KW

Autor:

Karolina Wrobel aus Lichtenberg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

WirtschaftAnzeige
Genießen Sie kulinarische Köstlichkeiten im Spitzenrestaurant "Machiavelli".
  4 Bilder

Restaurant "Machiavelli" am Roseneck
Seit 10 Jahren eine der besten Adressen in Grunewald

Dass das Spitzenrestaurant "Machiavelli" zu den ersten Adressen in der Hauptstadt gehört, ist berlinweit bestens bekannt. So überzeugt die Location seit dieser Zeit mit einer landestypischen italienischen, aber auch alpenländischen Kulinarik vom Feinsten. Darüber hinaus präsentiert sich das "Machiavelli" als wahre grüne Oase inmitten der Großstadt. Aktuell überrascht das Team selbstverständlich auch mit diversen Pfifferlingskreationen, wobei der beliebte, schmackhafte Pilz gern mit einem...

  • Grunewald
  • 04.08.20
  • 127× gelesen
WirtschaftAnzeige
Das Team der Fleischerei Haroun freut sich auf Ihren Einkauf.

Fleischerei Haroun
Wir haben Ihre Grillspezialitäten!

An der Prinzenallee, zwischen dem U-Bahnhof Pankstraße und der Bellermannstraße, gibt es eine stadtweit bekannte Institution: die Fleischerei Haroun. Ihr Besitzer Youcef Haroun ist der in seiner Familie traditionsreichen Berufung zum Fleischer gefolgt. Sein nach Tradition verarbeitetes Fleisch in Halal-Qualität zaubert Kennern ein Lächeln auf die Lippen. Zu seinen Stammkunden zählen die französischsprachige, aber auch in der deutschen und sogar der rumänischen beziehungsweise bulgarische...

  • Wedding
  • 04.08.20
  • 86× gelesen
SozialesAnzeige
In der Gruppe werden Erfahrungen ausgetauscht.
  2 Bilder

Kontaktstelle PflegeEngagement Reinickendorf
"Der Austausch mit anderen tut mir gut"

Inge M. freut sich schon. An zwei Montagen im Monat besucht sie das Angehörigencafé der Kontaktstelle PflegeEngagement, eine Gesprächsgruppe für pflegende und betreuende Angehörige, Freunde und Nachbarn. „Die Pflegesituation zu Hause ist oft sehr anstrengend“, sagt Inge, „das ständige Angebundensein, die körperliche Belastung und Freunde, die sich abwenden. Es gibt natürlich auch schöne Momente. Trotzdem habe ich mir meine Rente anders vorgestellt. Hier in der Gruppe treffe ich Menschen,...

  • Bezirk Reinickendorf
  • 04.08.20
  • 70× gelesen
WirtschaftAnzeige
  3 Bilder

IdeeZaun
Ihr Wunschzaun wird hier Wirklichkeit

Wir, die Firma IdeeZaun, sind im Zaunhandel bereits seit 2008 tätig. Als mittelständisches Unternehmen an den Standorten Tempelhof und Hermsdorf sehen wir uns als Partner zwischen der Produktion und unseren Kunden. Wir beliefern Privatkunden sowie Garten- und Landschaftsbauer. Mittlerweile sind wir ein etabliertes Unternehmen in Berlin und Brandenburg. Daher würden wir uns freuen, Ihnen auch Ihren Wunschzaun zu planen und zu verwirklichen. Von der Beratung bis zum Aufbau: alles aus...

  • Hermsdorf
  • 04.08.20
  • 116× gelesen
BildungAnzeige
  4 Bilder

Jeder kann was!
Freie Ausbildungsplätze an der Emil Molt Akademie

Wir sind eine Berufsfachschule, Fachoberschule und Fachschule in freier Trägerschaft. Vor zwei Jahren im neuen Vollholzgebäude in Schöneberg eingezogen, freuen wir uns, Ihnen mit neuer Kapazität folgende Bildungsgänge anbieten zu können: Die Ausbildung zum Sozialassistenten, in zwei Jahren - Voraussetzung: Berufsbildungsreife (BBR) Die Ausbildung zum Kaufmännischen Assistenten, in zwei Jahren - Voraussetzung: Mittlerer Schulabschluss (MSA) Die Allgemeine Fachhochschulreife,...

  • Schöneberg
  • 01.07.20
  • 513× gelesen
  •  2
WirtschaftAnzeige
  3 Bilder

Wie hat sich das Einkaufsverhalten in Berlin und Brandenburg verändert?
Mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel?

Der Agrarmarketingverband pro agro und der Verband Digitalwirtschaft Berlin-Brandenburg (SIBB e.V.) befasst sich mit dem Thema:  Mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel.  Toilettenpapier, Hamsterkäufe, Begrenzungen der Kundenzahlen in den Geschäften - die mediale Berichterstattung der vergangenen Monate zum Einkaufsverhalten der Verbraucher war bestimmt von diesen drei Schlagzeilen.  Doch wie hat sich das Einkaufsverhalten in Berlin und Brandenburg verändert? Wurde häufiger im...

  • 03.07.20
  • 785× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen