CDU-Kurswechsel ebnet Becker & Kries den Weg
Cornelsenweg-Wiese wird wohl doch bebaut

Die Cornelsenwiese wird bebaut. Traurig für die Gegner, ein ob des Wohnungsmangels hinnehmbarer Verlust für die Befürworter. "Wenn man ehrlich ist, ist die Wiese ein Hundeauslaufplatz", sagt Hans-Joachim Fenske von der CDU-Fraktion.
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  • Die Cornelsenwiese wird bebaut. Traurig für die Gegner, ein ob des Wohnungsmangels hinnehmbarer Verlust für die Befürworter. "Wenn man ehrlich ist, ist die Wiese ein Hundeauslaufplatz", sagt Hans-Joachim Fenske von der CDU-Fraktion.
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Die Cornelsenweg-Wiese wird bebaut. Da gibt es spätestens seit der jüngsten Bauausschusssitzung keinen Zweifel mehr. Denn am Rande der Sitzung bestätigte der Bezirksverordnete Hans-Joachim Fenske (CDU), dass die CDU fortan klar hinter dem Wohnbauprojekt des Investors Becker & Kries stehen würde.

Noch im Frühjahr vergangenen Jahres schien die Bebauung so gut wie vom Tisch zu sein. Der Antrag des Bauausschusses, das Bebauungsplanverfahren voranzutreiben, erhielt bei der Abstimmung in der Bezirksverordnetenversammlung damals 18 Ja- und genauso viele Nein-Stimmen und wurde deshalb abgelehnt. FDP und SPD stimmten für das Projekt von Becker & Kries, Grüne, AfD und die Hälfte der Linken votierten dagegen. Die 13 CDU- und die anderen beiden Linke-Verordneten enthielten sich der Stimme. Das Bezirksamt, nicht an Abstimmungen über Empfehlungen gebunden, trieb das Verfahren dennoch voran.

Zwischenzeitlich war die CDU sogar gegen eine Bebauung. Nun werde man aber dafür stimmen, sagte Fenske und erklärte den Kurswechsel seiner Fraktion so: „Unsere Zustimmung erfolgt nach Abwägung aller Fakten. Wir brauchen dringend Wohnraum, vor allem den im sozialen Wohnungsbau zu 6,50 Euro pro Quadratmeter – in diesem Falle 32 Stück. Becker & Kries ist ein starker Partner, der seine Dächer begrünt und dadurch eine große Biotop-Fläche schafft.“ Nach wie vor folge die CDU generell dem Bürgerbegehren, Grünflächen im Bezirk zu erhalten. „Deshalb hatten wir uns damals auch gegen die ursprünglichen Pläne von Becker & Kries ausgesprochen, einen einzigen Gebäuderiegel mit 100 Wohnungen auf der Wiese zu errichten. Das war einfach zu viel.“ Die CDU stehe jedenfalls zu ihrer Kehrtwende, so Fenske.

Während der Sitzung wurden die Ergebnisse der Einwände und Stellungnahmen zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans bekannt gegeben. Jetzt muss das Bezirksamt einen Haken unter die 130-seitige Abwägung der Experten ihres Hauses machen, danach wandert die Akte zur Rechtsprüfung in die Senatsverwaltung. Wird der Bebauungsplan abgesegnet, entscheidet die BVV über ihn, dann wäre auch das Bezirksamt an das Ergebnis gebunden. Und das wird mit den Stimmen der CDU eine klare Angelegenheit. Mit dem Antrag ist wohl in der letzten BVV vor der Sommerpause zu rechnen. Wolfgang Tillinger von der SPD vermutet, dass die bauliche Vorbereitung noch in diesem Jahr stattfindet, Becker & Kries zur eigentlichen Tat aber wohl erst 2021 schreiten könne. In zwei Wohnblöcken auf der Wiese und durch die Nachverdichtung innerhalb des Bestandes werden sich die 100 neuen Wohnungen verteilen, parkende Autos verschwinden in einer neuen Tiefgarage.

Wohnraum, der laut Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) vor allem für die Nachbarn aus der Schlangenbader Straße, wichtig sei: Die Wohnungsgesellschaft DeGeWo muss die „Schlange“ sanieren und ihre Mieter für die Zeit der Bauarbeiten umsetzen. Dem Vernehmen nach gibt es bereits eine entsprechende Vereinbarung mit Becker & Kries.

Norbert Machachej, Kopf der Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt der Wiese einsetzt, sieht die Zeichen klar auf Bau. Er nannte das Gebaren der CDU „verlogen“. „Diese Verlogenheit stört mich fast schon mehr als die Sache an sich.“

Die Cornelsenwiese wird bebaut. Traurig für die Gegner, ein ob des Wohnungsmangels hinnehmbarer Verlust für die Befürworter. "Wenn man ehrlich ist, ist die Wiese ein Hundeauslaufplatz", sagt Hans-Joachim Fenske von der CDU-Fraktion.
Alles Streiten brachte den Gegnern der Bebauung nichts. Dieser Entwurf wird nun von Becker & Kries in die Tat umgesetzt. 100 neue Wohnungen entstehen unter den grün eingefärbten Dächern.
Autor:

Matthias Vogel aus Charlottenburg

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