Hits vom Hohenzollerndamm: Verlag "Budde Music Publishing" feiert Jubiläum

Benjamin (li.) und Rolf Budde, Geschäftsführer des international erfolgreichen Familienunternehmens "Budde Music Publishing".
  • Benjamin (li.) und Rolf Budde, Geschäftsführer des international erfolgreichen Familienunternehmens "Budde Music Publishing".
  • Foto: Budde Music Publishing
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Corona- Unternehmens-Ticker

Wilmersdorf. „Gute Musik braucht das Land!“, lautet eine Direktive des Musikverlags „Budde Music Publishing“. Er bietet Künstlern und ihren Kompositionen „ein Zuhause“. Weltstars aller Dekaden und Genres fühlten und fühlen sich bis heute in diesen „vier Wänden“ pudelwohl. Am 13. Juli feierte das Familienunternehmen mit Sitz am Hohenzollerndamm seinen 70. Geburtstag.

Traditionell steht der Name Budde für unabhängiges Musikverlagswesen. Mit Benjamin Budde an der Seite seines Vaters Rolf ist mittlerweile die dritte Generation in der Geschäftsführung. Möchte ein Songwriter oder eine Band unter ihre Fittiche, kümmern sich die beiden zusammen mit ihrem Kreativteam um alles – von der Registrierung aller Titel über die korrekte und pünktliche Abrechnung an die Autoren bis hin zum Song Marketing, um neue Songs bei Interpreten, Werbungen und Filmen zu platzieren.

1947 gründete Rolf Budde senior den nach ihm benannten Musikverlag, der sich innerhalb weniger Jahre mit Schlagern wie „Pack die Badehose ein“ oder „Kalkutta liegt am Ganges“ einen Namen in der Branche machte. Schon früh erkannte man das internationale Potenzial von Kompositionen und bereitete auch englischsprachige Fassungen vor. Mit Frank Sinatras „Summer Wind“ („Sommerwind“) und Nat King Coles „Those Lazy, Hazy, Crazy Days of Summer“ („Du spielst ’ne tolle Rolle”) hatte Budde Music seine ersten internationalen Hits.

Neue Märkte erschließen

Ein wichtiges Standbein des Verlages ist seit den 60er-Jahren die Vertretung internationaler Kataloge in Deutschland, Europa und dem Rest der Welt. Die Beatles, Bob Dylan und Leonard Cohen sind nur einige der Autoren, mit deren Kompositionen Rolf Budde arbeitete. Seit den frühen 80er-Jahren vertritt der Verlag große Funk- und Hip Hop-Klassiker wie „The Message“ oder „Shame Shame Shame“. Scrollt man sich auf der Homepage des Verlages durch die aktuellen Vertragspartner, findet man prominente Namen wie Lena Meyer-Landrut, Fritz Kalkbrenner und „Klangkarussell“ oder die filigranen Elektrosound-Tüftler von „Booka Shade“.

Nach dem Tod von Rolf Buddes senior 1975 trat sein älterer Sohn Andreas in die Firma ein und begann, den kreativen Bereich auszubauen. Er produzierte 1983 die von ihm entdeckte Band Alphaville. Der Song „Forever Young“ ist bis heute einer der größten Erfolge der Firma. „Wir sind stolz, dass die enge und gute Zusammenarbeit mit der Band bis heute anhält“, ist auf der Homepage zu lesen.

Kreativität verdient Respekt

Senior-Chef Rolf Budde, 60, hat sich darauf konzentriert, die Musikverlagsbranche im digitalen Zeitalter durch die globale Anerkennung von Urhebern zu sichern. „Ich bedaure, dass die Verwerter von Musik oftmals den Respekt vor kreativen Leistungen der Autoren vermissen lassen und dann versuchen, mit Kritik an der Verwertungsgesellschaft (GEMA) die Tarife zu drücken.“

Sohn Benjamin, 30, entwickelte nach seinem Einstieg in das Familienunternehmen seinen eigenen Stil. Und so zieht er heute Bilanz: „Ich habe bei Musikverleger-Kollegen in Europa und USA Erfahrungen sammeln können. Als ich dann nach Berlin zurückkam und Ende 2013 Co-Geschäftsführer wurde, konnte ich neue Musiktrends platzieren.“ Benjamin Budde organisierte zum Beispiel auch Treffen von Songschreibern und Komponisten in den Musikmetropolen der Welt, um in New York, Los Angeles, Nashville, Stockholm, London und Berlin gemeinsam Hits von morgen zu schreiben. Diese Strategie zahlte sich aus. Budde Music Berlin ist auch weiterhin international eine Zentrale der Hits.

Und das freut den Papa: „Budde Music ist mitten in den Herzen der Musikbegeisterten angekommen. Darum sind wir glücklich darüber, dass wir unser 70-jähriges Bestehen in Berlin feiern können“, so Rolf Budde. maz

Autor:

Matthias Vogel aus Charlottenburg

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