„Juli“ zu Besuch in Berlin
Vier Tage lang streifte eine Wölfin durch das Revier am Adlergestell

Im Sommer 2019 wurde die betäubte Wölfin "Juli" mit einem Sender ausgestattet.
  • Im Sommer 2019 wurde die betäubte Wölfin "Juli" mit einem Sender ausgestattet.
  • Foto: Lupus Wolfsforschung
  • hochgeladen von Ralf Drescher
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In den vergangenen Jahren wurden immer mal wieder Wölfe am Berliner Stadtrand gesehen, manches mögen auch streunende Hunde gewesen sein. Jetzt gibt es aber den Beweis. Wölfin „Juli“, ursprünglich aus Sachsen, hat sich Anfang des Jahres zwischen Grünau und Schmöckwitz herumgetrieben.

Seit Sommer 2019 trägt das Tier einen Sender von Lupus, dem Institut für Wolfsforschung. Jetzt wurden die GPS-Daten veröffentlich. In den ersten Wochen hat sich das inzwischen zweijährige Tier überwiegend zwischen Weißwasser und Spremberg aufgehalten. Dann folgten immer weitere Ausflüge. Und im Januar machte sich „Juli“, wissenschaftlich von den Forschern als FT 12 bezeichnet, auf den Weg nach Berlin. Mehrere Tage lang war sie sich im Bereich des Adlergestells zwischen Grünau und Schmöckwitz, überquerte dabei mehrfach eine Bahnlinie und den Straßenzug. Die Wölfin drang bis an das frühere Reifenwerk und in die Nähe der Badestelle Bammelecke vor, wie die von einem Sender an die Wolfsforscher übermittelten GPS-Daten beweisen. Gesehen wurde der Wolf jedoch nicht.

„Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hatte uns zeitnah informiert. Unsere Revierförster haben aber weder die Wölfin, noch Spuren von ihr gefunden. Die Öffentlichkeit wurde mit Absicht nicht informiert, damit kein Wolfstourismus entsteht“, erklärt Klaus Pogrzeba, der Leiter des Forstamts Köpenick.

Ohnehin scheint die Wölfin überwiegend in der Nacht unterwegs gewesen zu sein und hat sich tagsüber im dichte Wald am Adlergestell verborgen. Wovon sie sich ernährt hat, ist nicht klar, Reste gerissener Tiere wurden nicht gefunden. Besonders einladend scheint die junge Wölfin den Schmöckwitzer Forst nicht gefunden zu haben. Nach wenigen Tagen hat „Juli“ den Berliner Raum wieder verlassen, ist kurz in die Lausitz zurück gekehrt und dann in Richtung Norden gezogen. In den vergangenen Wochen wurde das Tier im Umfeld des Truppenübungsplatzes Hintersee bei Eggesin in Mecklenburg-Vorpommern geortet.

Vor rund 150 Jahren wurden in Deutschland die letzten Wölfe geschossen, seitdem galt das sagenumwobene Raubtier als ausgerottet. Nach 1990 wanderten Wölfe aus dem angrenzenden Polen zu. Inzwischen sind sie in Sachsen und Brandenburg wieder heimisch. Allein in Brandenburg sollen rund 40 Rudel leben. Im Jahr 2015 war die Wölfin „Bella“ bis vor die Tore Berlins gelangt, sie wurde bei Waßmannsdorf beim Unfall mit einem Auto getötet.

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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