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500 Millionen für marode Schulen in Tempelhof-Schöneberg

Die Spreewald-Grundschule an der Pallasstaße hat einen besonders hohen Sanierungsbedarf.
Die Spreewald-Grundschule an der Pallasstaße hat einen besonders hohen Sanierungsbedarf. (Foto: KEN)

Berlin und damit auch die Bezirke stehen vor einer gewaltigen Aufgabe. Innerhalb von einem Jahrzehnt will die Stadt für mindestens 5,5 Milliarden Euro ihre Schulen „durchsanieren“.

Eine Schulbau GmbH, Tochter der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Howoge, soll für den Neubau von 59 Schulen sorgen. Jetzt diskutierten grüne Politiker mit Bürgern im Rathaus Schöneberg über die Offensive und ihre Herausforderungen. 500 Millionen Euro braucht allein Tempelhof-Schöneberg, um seine Schulgebäude wieder instandzusetzen. Ende März soll der Fahrplan für den Berlin-Masterplan stehen. Im Bezirk könnte es 2020/21 losgehen.

Eile ist geboten. Berlin erwartet in den nächsten acht Jahren eine Steigerung seiner Schülerzahlen um 70 000 bis 80 000. Die müssen unterrichtet werden. Und nicht irgendwo, sondern, so die grüne Abgeordnete Stefanie Remlinger, Sprecherin für berufliche Bildung und Bildungsfinanzierung, in „Schulen für das 21. Jahrhundert“.

Um beschlossene Programme umzusetzen, sei es unumgänglich, die 60 Schulen im Bezirk zu ertüchtigen, sagt Martina Zander-Rade, schulpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion in der BVV. Bisher hat Tempelhof-Schöneberg 43 Millionen Euro in die Sanierung seiner Schulgebäude investiert.

Die Not ist groß. In der Spreewald-Grundschule beispielsweise seien ganze Gebäudetrakte geschlossen. „Die Statik stimmt nicht“, so Zander-Rade. Die Schulkinder müssten auf den Fluren essen. Für die Freizeit bestimmte Räume seien umfunktioniert worden. Sanierungsmaßnahmen seien auch an der Friedenauer Gemeinschaftsschule geboten, so Martina Zander-Rade weiter. Für sie wurde die Einführung der gymnasialen Oberstufe beschlossen. Weitere Unterrichts- und Aufenthaltsräume sind dringend erforderlich.

Eine vier- bis achtjährige Schulsanierung bei laufendem Schulbetrieb bedeute „Stress“ für Lehrer und Schüler, meint Baustadtrat Jörn Oltmann. Daher habe seine Fachabteilung für 1,4 Millionen plus 100 000 Euro Planungskosten das „fliegende Klassenzimmer“ entwickelt. Ein Holzmodulbau mit einer Grundfläche von 905 Quadratmetern für sechs Klassenräume, der im Schulhof aufgestellt wird, wenn Platz vorhanden ist. Damit könne eine Sanierung in der Hälfte der Zeit erfolgen, sagt Oltmann. Das „fliegende Klassenzimmer“ wird zunächst an der Paul-Klee-Grundschule in Tempelhof und an der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld zur Anwendung kommen. Der Stadtrat will die Idee in die anderen Bezirke exportieren.

Abschließend sei gesagt, dass aus der Runde im Schöneberger Rathaus deutliche Kritik an der Konstruktion kam, den Neubau Berliner Schulen einer GmbH zu überlassen, die die Gebäude an die Bezirke rückvermietet.

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