Es darf spekuliert werden
An der Stelle von LSD-Haus und Woolworth an der Potsdamer Straße könnte Neues entstehen

Es gibt neuerdings viele Spekulationen über die Zukunft der Eckgrundstücke.
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von Karen Eva Noetzel

Im Bezirk gibt es viele, die das Image der Gegend um Potsdamer und Kurfürstenstraße aufmöbeln wollen. Eine Chance für eine positive Veränderung im Kiez sieht jetzt die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung.

Deren stellvertretender Fraktionschef Christoph Götz-Geene vermeldet, das ehemalige Wegert-Haus – heute das Sex-Kaufhaus „Love Sex Dreams“ (LSD) – an der Ecke der beiden Straßen habe einen neuen Eigentümer. Und derselbe Investor habe auch das gegenüberliegende Grundstück mit dem Woolworth-Flachbau erworben. Dieses Areal befindet sich bereits im Bezirk Mitte.

Der Erwerb eines oder beider Grundstücke, von dem Götz-Geene spricht, muss aus dem Vorjahr stammen. Das ergibt sich aus der Antwort von Tanja Lier, Stadtentwicklungsamtsleiterin im Bezirk Mitte, auf eine Anfrage der Berliner Woche. Für das LSD-Haus auf Schöneberger Seite sei gegenwärtig im Grundbuch noch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts als Eigentümerin eingetragen, sagt Tanja Lier. Dort stehe aber eine sogenannte Eigentumsübertragungsvormerkung. Das heißt, für den Grundstückkaufvertrag sind alle wesentlichen Vertragselemente notariell beurkundet worden. Begünstigter der Vormerkung sei ein Unternehmen mit dem Namen SPG. Das bestätigt indirekt Tempelhof-Schönebergs Stadtentwicklungsstadtrat Jörn Oltmann (Grüne). Ihm sei nicht bekannt, dass der Verkauf des Wegert-Hauses vollzogen worden sei.

Eigentümerin des Woolworth-Flachbaus ist laut Liegenschaftskataster zum Flurstück 133/3 dieselbe SPG. Sie ist seit Februar 2018 im Grundbuch eingetragen. Wer hinter SPG steckt, dazu äußern sich weder Lier noch Oltmann. Gibt man das Akronym in eine Internet-Suchmaschine ein, taucht als erstes die Hotelkette Marriott auf.

Was SPG mit dem Woolworth-Bau vorhat, ist der Verwaltung von Mitte nicht bekannt. Für das Wegert- oder LSD-Haus auf Schöneberger Seite sind dem dortigen Stadtplanungsamt im vergangenen Jahr Pläne zur Neubebauung des Grundstücks vorgelegt worden: ein Hochhaus und das Areal zu 100 Prozent versiegelt. Dieser Plan sei nicht annehmbar gewesen, sagt der Baustadtrat. Er betont gleichzeitig, wie groß das Interesse des Bezirks sei, dass das Areal nach Abriss des Wegert-Hauses bebaut werde; um an der Stelle „eine neue städtebauliche Ordnung“ zu erhalten. „Bitte neue Pläne vorlegen“, ruft der Stadtrat den Eigentümern zu. „Ich würde mich darüber sehr freuen.“

„Dem Grundstück kommt eine Schlüsselfunktion für die Entwicklung der Potsdamer Straße zu“, sagt Christoph Götz-Geene. „Wir erwarten, dass nun eine klare Abkehr vom Schmuddel-Image erfolgt“, so der SPD-Mann.

Sollte sich eine Neubebauung bewahrheiten, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Matthias Steuckardt, sei das „eine sehr gute Nachricht“. „Das LSD-Haus ist ein wichtiger Anker für die Straßenprostitution im Kurfürstenkiez. Ein Neubau würde die Gegend für Prostituierte und die kriminellen Banden dahinter deutlich unattraktiver machen.“

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