Neues Wohnen und Arbeiten
Gewobag baut Gebäudeensemble in der Bülowstraße aus

Hier sollen neue Formen des Lebens, Wohnens und Arbeitens ausprobiert werden.
  • Hier sollen neue Formen des Lebens, Wohnens und Arbeitens ausprobiert werden.
  • Foto: KEN
  • hochgeladen von Karen Noetzel

Vor gut einem Jahr hatte die Gewobag in Aussicht gestellt, Räume in der Bülowstraße 90 dem Bezirk zu vermieten, der sie dann den heimatlosen autonomen Jugendclubs Potse und Drugstore überlässt. Vor einem Monat gab es das überraschende Angebot, dort könnte die Gertrud-Kolmar-Bibliothek ziehen.

Das ist durchaus denkbar. Denn jetzt hat das kommunale Wohnungsunternehmen für die Bülowstraße 90 ein Zukunftsprojekt öffentlich gemacht.

„Wohnen, Arbeiten und Zusammenleben wird neu gedacht“, fasst Gewobag-Sprecherin Anne Grubert das Vorhaben zusammen. Denn Wohnen und Arbeiten verändere sich stark. In der Bülowstraße 90 entstehe ein kreativer und ein experimenteller Ort genau in diesem Sinne. In dem Gebäudeensemble will die Gewobag Modelle in der Praxis erproben, die „zukunftsfähig“ sind, sich an den Nutzern orientieren und auf andere Häuser in Berlin oder in anderen Städten übertragen lassen. „Anne Grubert: „Je stärker die Bevölkerung in Städten wächst, desto mehr Funktionen müssen Gebäude erfüllen.“

„In der Bülow 90 sollen neue Antworten und Modelle für Wohnen, Arbeiten und Leben praxisnah entwickelt und erprobt werden“, sagt Snezana Michaelis, Mitglied im Vorstand der Gewobag. Ihr Unternehmen will mit technologischen Anwendungen, mit verschiedenen Wohnformen und Arten der Nutzung experimentieren mit dem Ziel, das Zusammenleben im Haus und in der Nachbarschaft zu verbessern. Dabei will die Gewobag auch mit Wirtschaft und Wissenschaft zusammenarbeiten.

Dafür wird die Bülowstraße 90 in den kommenden Jahren umfassend saniert und Schritt für Schritt ausgebaut. Die Fertigstellung ist für 2024 vorgesehen. Bis dahin soll das Haus gewerblich, sozial und kulturell – und alles das teilweise öffentlich – zwischengenutzt werden können.

Bereits ab Ende dieses Jahres könne man Veranstaltungsflächen mieten, so Anne Grubert. „Ende 2020 werden die Arbeitsräume in Gemeinschaftsbüros bezugsfertig sein und voraussichtlich zwischen Mitte 2022 und Mitte 2024 auch die Wohnungen“, erläutert die Gewobag-Sprecherin. Insgesamt 40 Wohnungen mit Gemeinschaftsflächen werden entstehen. Sie werden sich alle am Mietspiegel orientieren. Das Projekt umfasst noch Bildungs-, Schulungs- und Kulturangebote, einen Kindergarten, ein Café und eine offene Kiez-Werkstatt.

Stadtentwicklungsstadtrat Jörn Oltmann (Grüne) hofft gemeinsam mit Bildungsstadträtin Jutta Kaddatz (CDU), dass die Gewobag auch Ja zu einer Gertrud-Kolmar-Bibliothek in der Bülowstraße 90 sagt. Es wäre „eine großartige Chance für den Bezirk“ und ein „außergewöhnlich guter Standort für Kommunikation und Medien“, so der Stadtrat. Noch gebe es aber keine Zusage der Wohnungsbaugesellschaft.

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