Verlust trotz guter Ausleihzahlen
Kann die Thomas-Dehler-Bibliothek bestehen?

Steht die Thomas-Dehler-Bibliothek auf der Kippe? „Zurzeit gibt es wieder Pläne seitens der Bezirksverordnetenversammlung, die Bibliothek zu schließen, berichtet Bärbel Tirl. Sie organisiert seit einigen Jahren die ehrenamtliche Arbeit in der Bibliothek.

Die Einrichtung ist ein Unikum. Sie ist die einzige von Ehrenamtlichen betriebene Bibliothek in einem Berliner Bezirk. 18 Mitglieder des Freundeskreises der Thomas-Dehler-Bibliothek (TDB) sind in der Nebenstelle der Theodor-Heuss-Bibliothek tätig. Die Schließungspläne seien für die Ehrenamtlichen „völlig unverständlich“, so Tirl. Die Bibliothek ist an fünf Tagen in der Woche geöffnet. Ihr "Geschäft" ist nicht allein die Ausleihe. Die Freunde der TDB verstehen ihre Arbeit als Kultur- und Jugendarbeit mit Leseförderangeboten und vielem mehr. Sie ist ein kultureller Treffpunkt. Erst vor kurzem wurden die TDB-Ehrenamtlichen vom Bezirk ausgezeichnet.

Trotzdem steht es schlecht um die „Dehler“. Rein rechnerisch macht sie bei der Medienausleihe einen Gewinn von 30 000 Euro. Verluste macht sie nach der amtlichen, sogenannten Kosten-Leistungs-Rechnung (KLR), ein Berechnungssystem für die Geldzuweisung an die Bezirke. Nach dieser KLR darf der Bibliothek nur noch die Ausleihe von Medien gutgeschrieben werden, nicht aber Leistungen wie Kulturveranstaltungen. 

Kein Budget für Kulturelles

„Die Bibliotheksarbeit muss angemessen bewertet und die Zukunft der Bibliothek so auf eine wirtschaftlich sichere Grundlage gestellt werden“, sagen die Grünen. In einem Antrag in der BVV fordern sie das Bezirksamt auf, sich beim Rat der Bürgermeister dafür zu verwenden, dass diese KLR „so abgeändert wird, dass die Thomas-Dehler-Bibliothek auch andere Leistungen als die reine Ausleihe wieder als Produkte abrechnen kann“.

Die SPD in der BVV hat dazu einen Änderungsantrag eingebracht. Auch die Sozialdemokraten wollen eine Änderung der KLR auf Landesebene, so SPD-Fraktionschef Jan Rauchfuß. Zudem soll das Bezirksamt mit den Ehrenamtlichen beraten, inwieweit ihr Engagement „an anderen Standorten integriert und fortgesetzt werden kann“. Also Rettung des Ehrenamts bei Verzicht auf den Standort? Das Thema der Kiezbibliothek an der Martin-Luther-Straße ist auf die kommende BVV-Sitzung im November vertagt worden.

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