Hü und Hott bei den Rossebändigern

Bleibt er oder bleibt er nicht: einer der beiden Rossebändiger vor dem Kammergericht im Schöneberger Kleistpark.
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Schöneberg. Eine Entscheidung darüber, ob die Rossebändiger vor dem Kammergericht wieder an ihren alten Standort in Mitte zurückgebracht werden oder bleiben, wo sie sind, ist noch immer nicht gefallen.

Die Bezirksverordnetenversammlung überwies den 2015 eingebrachten Antrag der SPD-Fraktion in den Kulturausschuss. Darin weisen die Sozialdemokraten die Forderung der Gesellschaft Berliner Schloss zurück, die Skulpturengruppe an ihren historischen Platz vor dem Schloss umzusetzen. Die Gesellschaft verfolgt den Plan, den Vorplatz historisch möglichst authentisch zu rekonstruieren, unter anderem mit der Rückführung gestalterischer Elemente wie der Rossebändiger, aber auch des Neptunbrunnens. Unterstützt wird sie dabei von der Gesellschaft Historisches Berlin und vom Verein für die Geschichte Berlins.

Das sei nicht mehr als eine Verschönerung des Umfelds, meinen hingegen die Sozialdemokraten im Rathaus Schöneberg. „Der jetzige Standort der Skulpturen ist Teil der wechselvollen und teils schmerzhaften Berliner Geschichte, die ablesbar bleiben muss“, lässt sich die Fraktion vernehmen.

Die Skulpturen des deutsch-baltischen Bildhauers Peter Clodt von Jürgensburg (1805-1867), 1842/1843 als Nachbildung einer Figurengruppe in St. Petersburg geschaffen und als Geschenk Zar Nikolaus I. an seinen Schwager, den preußischen König Friedrich Wilhelm IV., nach Berlin gelangt, standen bis Februar 1945 auf der Lustgarten-Seite des Berliner Schlosses, bevor sie der sowjetische Stadtkommandant hinter das Gebäude des Alliierten Kontrollrats im Kleist-Park bringen ließ. Landschaftsarchitekt Georg Béla Pniower (1896-1960) gestaltete die im Krieg stark beschädigte Parkanlage neu und setzte die Rossebändiger repräsentativ vor das Gebäude.

Ob 241 000 Euro teure Umsetzung oder nicht, scheint weniger eine gestalterische denn eine kulturpolitische Frage zu sein. Technisch ist sie allemal möglich, wie Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) und Kulturstadträtin Jutta Kaddatz (CDU) jetzt beschieden. Auch die Planer der direkten Umgebung der Humboldtforum genannten Schlossrekonstruktion und die Senatsverwaltung für Stadteintwicklung haben offen gelassen, ob Skulpturen von früher ihren alten Platz einnehmen dürfen.

Das Landesdenkmalamt hat sich für den Verbleib der Rossebändiger im Kleistpark ausgesprochen. In der Kunstkommission Tempelhof-Schöneberg gibt es Stimmen, die eine Rückführung befürworten. Eine Mehrheit in dem Gremium kann sich jedoch nicht damit anfreunden.

Zunächst aber muss geklärt werden, ob der Bezirk überhaupt Eigentümer der Rossbändiger ist. Und vielleicht bleibt vor einer endgültigen Entscheidung erst der Ausgang der Debatte auf Landes- und Bundesebene um die Gestaltung des Schlossplatzes und die inhaltlichen Ausrichtung des Humboldtforums abzuwarten. KEN

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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