Von Schöneberg auf die Bühnen und zum Film
Schauspieler Joachim Kemmer lebte als Kind in der Crellestraße

Die Gedenktafel in der Crellestraße.
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  • Die Gedenktafel in der Crellestraße.
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Er war Mitglied politischer Kabaretts, war auf den großen Bühnen des Sprechtheaters, in Musicals, TV- und Kinofilmen zu erleben und arbeitete als Synchronsprecher: Joachim Kemmer. Seine Kindheit und Jugend verlebte er in Schöneberg.

Eine Gedenktafel am Haus Nummer 41 in der Crellerstraße erinnert an den deutschen Schauspieler, Kabarettisten, Sänger und Synchronsprecher.

Joachim Kemmer wurde am 12. September 1939, wenige Tage nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, in Brandenburg an der Havel geboren. Aufgewachsen ist er aber in der Schöneberger Crellestraße. Nach der Schule lernte er Industriekaufmann. Dieser Beruf gefiel Kemmer aber nicht. Ein Freund brachte ihn zur Schauspielerei. Er besuchte die Fritz-Kirchhoff-Schule, Berlins älteste private Schauspielschule, und nahm in Berlin und Wien Gesangsunterricht. Zusätzlich machte er eine Tanzausbildung im Berliner Mary-Wigman-Studio.

Mitte der 60er-Jahre stieß er zum Wühlmäuse-Kabarett und wurde später Ensemblemitglied des politisch orientierten „Reichskabaretts“. Danach übernahm Joachim Kemmer Rollen an Sprech- und Musiktheatern in Berlin, Wien, München und Salzburg.

Sein Spielfilmdebüt gab der Schauspieler 1971 als Bruder Martin in der österreichischen Horrofilmkomödie „Gebissen wird nur nachts“. Regie führte der Brite Freddie Francis. Es folgten über 50 Film- und Fernsehproduktionen.

Schon fünf Jahre zuvor, 1966, hatte Joachim Kemmer damit begonnen, seine Stimme Humphrey Bogart, Richard Pryor, Jeff Bridges, John Cassavetes, Willem Dafoe, Marty Feldman, Richard Gere, Elliott Gould, Anthony Hopkins, Harvey Keitel, Dean Martin und Al Pacino zu leihen. Darüber hinaus wirkte er als Synchronsprecher in Disney-Filmen. Seine Figuren waren der Gehörnte König in „Taran und der Zauberkessel“, Dschafar in „Aladdin“, Ratcliffe in „Pocahontas“ und Rafiki im „König der Löwen“. Als Kerzenständer Lumière in „Die Schöne und das Biest“ und als Krabbe Sebastian in „Arielle“ sang Kemmer sogar. Die Lieder „Sei hier Gast“ und „Unter dem Meer“ wurden zu Evergreens.

Joachim Kemmer starb am 26. April 2000 in Wien an Lungenkrebs. Er ruht in einem Ehrengrab der österreichischen Hauptstadt auf dem Zentralfriedhof.

Die Gedenktafel in der Crellestraße.
In diesem Haus in der Crellestraße wuchs der Schauspieler Joachim Kemmer auf.

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