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„Xavier“ und die Folgen: Annähernd 500 umgekippte und geschädigte Bäume

Tempelhof-Schöneberg. Nach dem „Jahrhundertregen“ im Sommer kam Anfang Oktober der „Jahrhundertsturm“.

Am 5. Oktober fegte „Xavier“ auch über Tempelhof-Schöneberg hinweg. Im Bezirk traf das Sturmtief 214 Straßenbäume, 212 Parkbäume und 65 Bäume auf Friedhöfen schwer. Sie stürzten um oder es brachen dicke Äste ab. Menschen kamen zum Glück nicht zu schaden. Bislang liegen dem Bezirksamt nur zwei Forderungen nach Schadensersatz vor.

„Komplett gesunde Bäume sind entwurzelt oder ihrer Krone beraubt worden“, berichtet die zuständige Stadträtin Christiane Heiß (Grüne). Das hätten die bezirklichen Baumkontrolleure anschließend auf Rundgängen bis tief in die Nacht festgestellt. Die Baumkontrolleure haben sich, verstärkt durch sämtliche verfügbaren Mitarbeiter des Grünflächenamtes, am Tag nach dem Orkan „Xavier“ einen ersten groben Überblick über das Ausmaß der Schäden verschafft. Seitdem würden alle registrierten geschädigten Bäume weiter untersucht, so Heiß.

Notwendige Maßnahmen seien eingeleitet. Sie würden „nach Dringlichkeit“ abgearbeitet. Doch noch immer würden neue Schadensmeldungen von Mitarbeitern des Bezirksamts, von Polizisten und Bürgern eingehen, so die Stadträtin weiter. Ein Ende der Sonderkontrollen sei daher nicht abzusehen und genauso wenig die genaue Zahl der Bäume in Tempelhof-Schöneberg, die umgefallen sind oder wegen der Schäden noch gefällt werden müssen.

Die Schadenssumme könnte insgesamt sehr hoch ausfallen. Stadträtin Christiane Heiß geht von einer Größenordnung von rund 750 000 Euro aus. Geld für Neupflanzungen hat Tempelhof-Schöneberg nicht. Der Bezirk sei aber im Gespräch mit der Senatsverwaltung. Unter Umständen können die Mittel aus der Berliner Stadtbaum-Kampagne aufgestockt werden.

Aufgrund der Wetterereignisse in diesem Jahr ist der ohnehin schwächelnde Etat des Straßen- und Grünflächenamtes noch einmal belastet worden. Die Folgen des Starkregens im Juli verursachten Mehrkosten in Höhe von insgesamt 253 000 Euro. „Die Belastung in diesem Jahr ist außerordentlich“, so Stadträtin Christiane Heiß. KEN

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