Mehlschwalbe sucht Wohnung: Vögel finden immer weniger Nistplätze in der Stadt

Das Markenzeichen der Mehlschwalbe ist ihr leuchtend weißer Bürzel, der sich von der dunklen Oberseite abhebt.
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  • Das Markenzeichen der Mehlschwalbe ist ihr leuchtend weißer Bürzel, der sich von der dunklen Oberseite abhebt.
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Mangelnder Wohnraum sorgt nicht nur Neuberliner oder Umzugswillige in der Hauptstadt. Auch die gefiederten Untermieter haben es zunehmend schwer.

Schwalben, Mauersegler, Hausrotschwanz und Co. zählen zu Berlins gefiederten Stadtbewohnern. Sie nisten und brüten in alten Gemäuern, Hausfassaden und anderen Hohlräumen. Doch ihr Lebensraum wird knapp. Fassaden werden saniert, Häuser abgerissen und neu gebaut. In hermetisch abgedichteten Neubauten und fugenlosen Putz- oder Glasfassaden aber finden die Vögel keine Nistplätze mehr. Ihre Zahl ist darum in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Selbst der berühmte Berliner Spatz (Haussperling) zeigt sich seltener. Dohle, Mehlschwalbe und Rauchschwalbe haben es zu trauriger Berühmtheit gebracht. Sie stehen mittlerweile auf der Roten Liste bedrohter Vogelarten.

Den Vögeln mangelt es aber nicht nur an Schlupflöchern. „Es fehlen auch Pfützen und nasse Senken, in denen sich vor allem Schwalben und Mauersegler das Baumaterial für ihre Nester holen können“, erklärt Anja Sorges, Leiterin des Umwelt- und Naturschutzamtes Spandau.

Ersatz für entfernte Nester

Was viele nicht wissen: Es muss nicht so sein. Denn seit Herbst 2015 regelt nämlich die sogenannte Gebäudebrüter-Verordnung für alle Bauherren verbindlich, was zu tun ist, um den gefiederten Untermietern zu helfen. Werden bei der Fassadensanierung oder bei Gebäudeabrissen Nester entfernt, muss für Ersatz gesorgt werden. Bei den freiwilligen Leistungen haben vor allem die Wohnungsbaugenossenschaften eine Vorreiterrolle eingenommen. Sie bringen laut Umweltamt Nisthilfen auch über das gesetzliche Maß hinaus an. Aber auch an kleineren Mehr- und Einfamilienhäusern können neue Lebensräume geschaffen werden. „Beispielsweise durch Hohlräume hinter Regenrinnen oder durch das Anbringen von Nistkästen“, rät die Amtsleiterin. Noch simpler seien die Schwalbenbretter. Die werden unter den Nestern angebracht, um die Hauswand vor Vogelkot zu schützen.

Aber auch das Bezirksamt selbst ist aktiv. In Berlin geht gerade der Bestand der Mehlschwalben stark zurück. Daher hat das Umwelt- und Naturschutzamt im Umfeld des Hahnebergs einige Gewässer zur Aufnahme von feuchtem Sand und Lehm als Nistmaterial angelegt. „Darüber hinaus bitten wir die amtlichen Naturschützer um Meldungen, wo es in Spandau noch Mehlschwalben gibt“, so Anja Sorges. Wer welche entdeckt, kann seine Beobachtungen mitteilen und zwar per E-Mail an naturschutz@ba-spandau.berlin.de oder 902 79 38 88. Dabei sollte die genaue Adresse des Standortes angegeben werden, denn die Daten helfen für einen besseren Überblick über den tatsächlichen Vogelbestand. So kann das Umwelt- und Naturschutzamt Hilfsmaßnahmen gezielter einleiten.

Das Markenzeichen der Mehlschwalbe ist ihr leuchtend weißer Bürzel, der sich von der dunklen Oberseite abhebt.
Rauchschwalben sind Akrobaten der Lüfte. Anders als bei der Mehlschwalbe sind Kehle und Stirn braunrot gefärbt.
Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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