Mehr Duett als Duell: Bürgermeisterkandidaten geben sich beim Talk friedlich

Auf dem Podium saßen Bürgermeister Helmut Kleebank (links) und Herausforderer Gerhard Hanke (rechts) weit auseinander.
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  • hochgeladen von Ulrike Kiefert

Spandau. Beim ersten gemeinsamen Auftritt der Bürgermeisterkandidaten blieb der große Schlagabtausch aus. Amtsinhaber Helmut Kleebank (SPD) und sein Herausforderer Gerhard Hanke (CDU) waren sich in Vielem einig.

Es gibt drei Komponente, die einen packenden Zweikampf ausmachen: Angriff, Kontern, Triumph. Doch bei diesem Aufeinandertreffen blieb der Wow-Effekt aus. Es gab keinen Streit, keine Attacken. Dabei war es das erste Mal, dass sich Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) und sein Herausforderer Gerhard Hanke (CDU) öffentlich einem Publikum stellten. Vielleicht lag es daran, dass Moderator Christian Fromm vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) keine rhetorischen Waffen auf dem Podium zuließ. Vielleicht waren auch die Fragen zu gutmütig oder der Burgfrieden vorher vereinbart. Jedenfalls verliefen die zwei Stunden fast schon zu harmonisch.

Wie umgehen mit der AfD?

Erst am Ende wurde der Tonfall knalliger. Aus dem Publikum kam die Frage an den CDU-Kandidaten, ob er sich denn mit der AfD zum Bürgermeister wählen lassen würde. Gerhard Hanke brauste auf und prophezeite seiner Partei 50 Prozent bei der BVV-Wahl im September – will heißen, die CDU brauche die AfD nicht. Für die Prognose gab es Gelächter aus dem Publikum. Den Sozialdemokraten in Berlin warf Hanke dann noch Wortbruch vor, als sie 2006 mit den Linken koalierten. Die CDU dagegen stehe zu ihrem Wort. Eine Zählgemeinschaft mit der AfD schloss Hanke aus. Dazu muss man wissen, dass von CDU-Parteichef Frank Henkel zuvor die klare Ansage an seine Partei kam, eine Zusammenarbeit mit der AfD auch auf Bezirksebene abzulehnen.

Im Kern aber ging es beim "Polit-Talk", zu dem der DGB die zwei Spitzenkandidaten am 18. Juli auf die Bühne geholt hatte, nicht um künftige Koalitionen, sondern vorrangig um die Themen sozialer Wohnungsbau, Schulen und Kitas, Jugendarbeitslosigkeit, Arbeitsplätze, Personalmangel und Inklusion.

Schulneubau wegen mangelnder Zusammenarbeit zu langsam

Über den nötigen Neubau von Schulen und drängenden Sanierungen waren sich beide Kandidaten einig. Helmut Kleebank tadelte jedoch die mangelnde Zusammenarbeit von Schul- und Hochbauamt bei der zügigen Umsetzung von Schulbauprojekten. Er kündigte an, die Trennung beider Ämter deshalb aufheben zu wollen und künftig in die Zuständigkeit des Bürgermeisters zu geben. Beim Thema mehr Personal für Kitas, Schulen und Rathaus sahen beide vor allem das Land Berlin in der Pflicht. Ein Personalentwicklungskonzept, das den Bedarf im Bezirksamt festschreibt, kündigte Helmut Kleebank für dieses Jahr an. Gegen die Jugendarbeitslosigkeit wiederum sei der Bezirk mit der neuen Jugendberufsagentur auf dem richtigen Weg, hielt Gerhard Hanke fest. Das sah auch Helmut Kleebank so. Trotzdem blieb Hanke kritisch. So hätten die Mitarbeiter in der Agentur noch immer keinen Telefonanschluss. Wichtig war beiden Kandidaten, die Ansiedlung von Unternehmen im Bezirk zu forcieren, die Inklusion voranzubringen, mehr bezahlbaren Wohnraum und Ausbildungsplätze zu schaffen. uk

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Ulrike Kiefert aus Mitte

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