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Badezimmer auf Rädern: Modellprojekt für Obdachlose

Die Zahl der Obdachlosen steigt. Viele haben aber nicht nur Probleme damit, ein Dach über dem Kopf zu finden, sondern leiden auch unter mangelnder Hygiene.

Wer auf der Straße lebt, kann nicht schnell mal Duschen gehen oder sich die Zähne putzen. Selbst wenn die Obdachlosigkeit freiwillig gewählt ist. Helfen kann hier das „Badezimmer auf Rädern“ – ein Modellprojekt des Landes Berlin. Ob es auch in Spandau regelmäßig Station machen kann, soll jetzt im Rathaus geprüft werden.

Denn die Bezirksverordneten haben das Bezirksamt auf Antrag der FDP-Fraktion aufgefordert, sich rechtzeitig an dem geplanten Projektversuch zu beteiligen. „Obdachlose wissen oft nicht, wie und wo sie sich waschen können, dabei ist die Körperhygiene ein Grundbedürfnis aller Menschen“, begründet die FDP ihren Antrag.

Das rollende Badezimmer ist ein Bus mit Toiletten, Waschbecken und Duschen. Laut Antragsteller soll er als mobile Hilfe ganzjährig und in regelmäßigen Abständen auch den Obdachlosen in Spandau zur Verfügung stehen und zwar zentral an einem Ort, was den Betroffenen bekannt gemacht werden muss.

Los Angeles ist Vorreiter

Die Idee ist nicht neu: In Los Angeles wurden beispielsweise ausrangierte Linienbusse zu Hygienebussen umgebaut. Sie fahren nach einem bestimmten Fahrplan eine feste Route und versorgen etwa 2000 Obdachlose pro Woche mit Duschen und Toiletten.

Zwar gibt es in den meisten Unterkünften solche Waschmöglichkeiten, auch in der „Herberge zur Heimat“ in Spandau. Aber längst nicht jeder Wohnungsloser geht ins Obdachlosenheim. Die mobile Hygieneversorgung setzt darum besonders niedrigschwellig an, um jeden zu erreichen. Ab wann genau das Badezimmer auf vier Rädern durch Berlin rollen wird, steht allerdings noch nicht fest.

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