Klubhaus im Koeltzepark ist das Ziel von Zerstörern
Brennender Kompost, obszöne Tags

Das Team: Marion Kücholl, Christian Warembourg und Yasmine Tarcha sind für Jugendliche immer da.
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Beschmierte Hauswände, zerstörte Fenster, Hakenkreuze und persönliche Beleidigungen: Vandalismus ist für die Jugend- und Freizeitstätte im Koeltzepark ein echtes Problem.

Das Team vom Jugendklub Koeltzepark ist ratlos. Immer wieder wird die Jugend- und Freizeitstätte Opfer von Vandalen. Fenster werden eingeschmissen, an die Hauswand uriniert, Dachrinnen abgeschlagen und schmückende Wandgraffitis überschmiert. Die jüngsten Taten sind erst wenige Wochen alt. Beleidigende und obszöne Tags haben die Täter an eine Hauswand gesprüht. Die haben die Mitarbeiter zusammen mit den Jugendlichen inzwischen übermalt. „Dann wurde uns der Kompost am Hintereingang angezündet“, berichtet Leiterin Marion Kücholl vom Träger Bund Deutscher Pfandfinder (BDP). Glücklicherweise hätten Nachbarn rechtzeitig die Feuerwehr alarmiert, sodass kein größerer Schaden entstand.

Die Täter wüten aber nicht nur am Jugendklub, sondern auch im Koeltzepark. Im Sommer wurden einzelne Holzlatten aus Sitzmöbeln gerissen. Die hatten die Jugendlichen für die Anwohner gebaut. „Das Projekt kam auch gut an, denn im Park treffen sich viele Familien zum Picknick“, sagt Marion Kücholl. Dann wurde auf dem Kinderspielplatz über Nacht eine Reifenschaukel abgefackelt und ein Metallmännchen vom Klettergerüst mit Hakenkreuzen beschmiert.

Wahrscheinlich
gelangweilte Jugendliche

Solche Taten machen das BDP-Team nicht nur fassungslos, sie hinterlassen bei den Jugendlichen und den Mitarbeitern auch ein zutiefst trauriges Gefühl. „Für mich ist es einfach nicht nachvollziehbar, welche Gründe es geben kann, einer Jugend- und Freizeitstätte so zu schaden“, sagt Kücholl. „Es ist schade, dass es scheinbar Leute gibt, die den Wert unserer Arbeit für die Kinder, junge Leute und die Anwohner hier im Kiez nicht erkennen oder schätzen.“ Wer die Täter sind, darüber kann das Team nur mutmaßen. Sehr wahrscheinlich seien es gelangweilte Jugendliche, die mit sich nichts anzufangen wüssten.

Nach jedem Vorfall erstattet die Leiterin Anzeige bei der Polizei – schon wegen der Versicherung. Allein 2018 waren es fünf Anzeigen wegen Vandalismus. Aber trotz Zeugenaussagen sei noch kein Fall juristisch geahndet worden, sagt Kücholl.

Polizei ist mehrmals wöchentlich
vor Ort

Laut Polizei konnten Täter beziehungsweise Tätergruppen „namhaft gemacht und zum Teil den Anzeigen zugeordnet“ werden. Ob es weitere Konsequenzen gab, sagt die Polizei nicht. „Beamte des zuständigen Polizeiabschnitts, insbesondere des Präventionsteams sowie Beamte mit dem Schwerpunkt Jugendsachbearbeitung stehen in engem Kontakt mit der Leiterin der Einrichtung“, teilt Polizeisprecher Carsten Müller mit. Sie seien mehrmals in der Woche vor Ort beziehungsweise in der Umgebung der Jugendeinrichtung und führten regelmäßig Gespräche in der Einrichtung.

Marion Kücholl wünscht sich, mehr mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen. „Viele wissen gar nicht, wer wir sind, und was wir machen.“ Und sie will jenen Nachbarn Danke sagen, die aufmerksam sind und die Polizei rufen. „Hingucken, nicht weggucken, das ist wichtig.“ Außerdem könnte das Ordnungsamt öfter im Koeltzepark vorbeischauen, findet die Leiterin, vor allem abends. „Denn wenn wir ständig Schäden beseitigen müssen, kommt unsere pädagogische Arbeit zu kurz.“

In Spandau wurden auch andere Jugendklubs schon Opfer von Vandalismus und Zerstörungswut. So randalierten Unbekannte im Oktober im „Quader“ in Hakenfelde. Auch das Station Hakenfelde wurde verwüstet.

Für den Jugendklub im Koeltzepark sind die Jahre derweil gezählt. Der Träger BDP will das Haus zur Kita umbauen. Das Bezirksamt plant derweil in der Neustadt eine neue Jugendfreizeiteinrichtung an der Ecke Triftstraße und Krienickesteig.

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