Nachruf
Mirco Nontschew (†52) war unser Berliner Almjodler

Er war der Meister der Verwandlungen und Gesichtsmimik: Der Comedystar Micro Nontschew - hier in Staffel 1 der Amazon-Show "LOL" - lebte bis zu seinem Tod in Berlin Steglitz.
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  • Er war der Meister der Verwandlungen und Gesichtsmimik: Der Comedystar Micro Nontschew - hier in Staffel 1 der Amazon-Show "LOL" - lebte bis zu seinem Tod in Berlin Steglitz.
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BERLIN - Kaum ein anderer Komiker prägte eine ganze Generation und das Comdeygenre der 90er wie Mirco Nontschew. Sein Leben und das erfolgreiche Comeback bei Amazons Erfolgsformat "LOL - Last One Laughing" endete viel zu früh für den 52-jährigen Steglitzer. 

Kennen Sie den? "Wetter, Wetter, Wetter - heute werden 30 Grad, hier 60 Grad - und da Buntwäsche." Das war Mirco Nontschew als Wettermann mit dem kleinen Vogel auf seiner Schulter in der damaligen RTL-Show "Samstag Nacht". Dort war er noch ein verpeilter Pirat und Meister der spontanen Mimik. Wie kaum einem anderen Comedian gelang es Mirco, Geräusche mit seinen Gesichtszügen innerhalb von Sekunden passend zur Situation zu performen. 

Bis zu seinem Tod war der Berliner bei Amazons Serie "LOL - Last One Laughing", wo Nontschew bereits die dritte Staffel für den Streaminganbieter Prime Video abgedreht hatte. Das Konzept der Sendung: Comedy-Stars werden für mehrere Stunden in einen Raum gesperrt und müssen dort die anderen zum Lachen bringen. Aber es darf keiner lachen. Und mitten drin war da nun der Mirco; sang als Berliner Almjodler mit tiefer Stimme und animierte später im bayerischen Dialekt provokant: "Und jetzt die Kinder". Nontschew schoss auch mit einer Banane und imitierte mit seinem Mund das Geräusch von einem Laserstrahl. Er steckte sein Kopf in den Basilikum und verzog das Gesicht vor Kurt Krömer. Man kann Tränen lachen über Mirco Nontschew - so einfach seine Performance, so grandios die Wirkung der Gags. 

Alles fing mit Beatboxing an

Mirco Nontschew starb viel zu früh, aber er hatte seinen Lebenstraum zumindest noch verwirklichen können. Er suchte die Bühne, er wollte Menschen unterhalten; schon als Jugendlicher. Der Komiker wurde 1969 in der DDR, im Ostteil Berlins geboren und war der Sohn eines bulgarischen Musikers und einer Journalistin. Bereits in den 80ern entertainte er als Breakdancer und verdiente sich etwas Geld mit Beatboxing (Klänge werden mit Mund und Rachen imitiert, Anm. d. Autors). Schon damals war sein großes Talent mit Geräuschen zu improvisieren. 

Anfang der 90er wurde er von Hugo Egon Balder (71) entdeckt und kam in das Team von "RTL Samstag Nacht". Später war Mirco beispielsweise als Comedian bei RTL "Frei Schnauze" dabei und spielte in den erfolgreichen Filmen von Otto Waalkes (73) "7 Zwerge – Männer allein im Wald" (2004), "7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug" (2006) und "Otto’s Eleven" (2010) mit. Privat lebte er zurückgezogen, zuletzt im Berliner Bezirk Steglitz. Mirco Nontschew hinterlässt zwei Töchter. 

Mirco noch in "LOL" zu sehen

Was bleibt, das sind witzige Erinnerungen an einen talentierten Berliner. Wer über Mirco noch einmal lachen will, kann das aktuell in der ersten Staffel von "LOL - Last One Laughing" bei Amazon Prime Video tun. So lebensfroh wie Mirco Nontschew dort zu sehen ist, sollte er in unseren Herzen weiter leben.

Er war der Meister der Verwandlungen und Gesichtsmimik: Der Comedystar Micro Nontschew - hier in Staffel 1 der Amazon-Show "LOL" - lebte bis zu seinem Tod in Berlin Steglitz.
Mirco Nontschew hier bei den Dreharbeiten der 3. Staffel - mit den Kollegen*innen: Anke Engelke, Michelle Hunziker, Palina Rojinski, Carolin Kebekus, Hazel Brugger, Christoph Maria Herbst, Abdelkarim, Axel Stein und Olaf Schubert / geplante Ausstrahlung Frühjahr 2022
Autor:

Marcel Adler aus Friedrichshain

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