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„Kiezsterne“ in Lankwitz und Lichterfelde unterstützen Familien

Sie sind „Kiezsterne“: Patrik von Keller, Eleonore Eckmann, Martina Riester und Dietlinde Doman.
Sie sind „Kiezsterne“: Patrik von Keller, Eleonore Eckmann, Martina Riester und Dietlinde Doman. (Foto: K. Rabe)

Sie helfen bei den Hausaufgaben, unterstützen bei Einkäufen und Behördengängen oder sind einfach da und im Alltag behilflich: die „Kiezsterne“. Die engagierten Ehrenamtler sind überall dort im Einsatz, wo schnelle und unbürokratische Hilfe in der Familie gebraucht wird.

Seit gut einem Jahr sind die Kiezsterne in Lankwitz und Lichterfelde unterwegs. Sie sind ein Teil des SRL-Projektes (SozialRaumorientierte Leistungen in der Kinder und Jugendhilfe), einem Kooperationsprojekt des Jugendamtes mit Trägern der freien Jugendhilfe. Sie wollen Alleinerziehende oder Familien ohne Angehörige entlasten.

Dietlinde Doman zum Beispiel engagiert sich als Ersatzoma in einer afghanischen Familie mit zwei Kindern. Die 75-jährige ehemalige Lehrerin kümmert sich um die Kinder und steht der Mutter mit Rat und Tat zur Seite. Eleonore Eckmann betreut ein iranisches Mädchen und hilft ihr beim Erlernen der deutschen Sprache. Die 67-Jährige verfügt über 40 Jahre Erfahrungen als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache. Sie möchte dem Mädchen helfen, es an ein Gymnasium zu schaffen. „Sie ist sehr motiviert, in Deutschland ihr Abi zu machen.“

Dies sind nur einige wenige Beispiele, wie die die Ehrenamtlichen  „Rückenstärker für Familien“ sind, erklärt Martina Riester. Sie koordiniert den Einsatz der Kiezsterne im SRL-Projekt. „Bei uns kann jeder ein Ehrenamt ausüben, auch wer berufstätig oder in der Ausbildung ist“, sagt sie. Es gibt Einsätze mit geringem Zeitaufwand, wo Kinder zur Therapie oder zum Sport gebracht werden müssen. Mehr Zeit ist bei der Begleitung zu Behörden notwendig. In solchen Fällen ist Erfahrung im Umgang mit Behörden und eine gute Portion Durchsetzungsvermögen hilfreich. Es gibt aber auch die regelmäßige und längerfristige Hilfe.

Die Idee dahinter ist die präventive Arbeit mit Familien auf freiberuflicher und ehrenamtlicher Basis. Es richtet sich an alle Familien, die Unterstützungsbedarf haben. „Diese Familien bekommen konkrete Hilfe für ihre ganz persönlich gesteckten Ziele“, erklärt Martina Riester. Wenn der Bedarf an Unterstützung gemeinsam ermittelt wurde, wird festgelegt, wie sie am besten zu einer nachhaltigen Lösung ihrer individuellen Situation kommen können. Auf diesem Weg werden die Familien durch das SRL-Projekt begleitet.

Derzeit werden hauptsächlich ehrenamtliche Nachhilfe-Lehrer gesucht. Patrik von Keller organisiert das Nachhilfe-Angebot im SRL-Projekt. „Angesprochen sind vor allem Pädagogik-Studenten oder pensionierte Lehrer, die sich engagieren wollen“, sagt der 75-jährige Rentner. Aber auch wer nicht vom Fach ist, kann Nachhilfe geben. In Workshops könnten sie auf diese Tätigkeit vorbereitet werden, so die Idee von Kellers.

Weitere Informationen und Kontakt über Martina Riester per E-Mail an riester@srl-projekt.de oder auf www.srl-projekt.de.
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