Steglitz-Zehlendorf reagiert auf Erzieher-Mangel
Projekt „Zukunft Kita“ zeigt erste Erfolge

Cerstin Richter-Kotowski im Gespräch mit Projektteilnehmerin Sazan Al-Djaf.
  • Cerstin Richter-Kotowski im Gespräch mit Projektteilnehmerin Sazan Al-Djaf.
  • Foto: K. Rabe
  • hochgeladen von Karla Rabe

„Das ist wirklich mutig von Ihnen“, sagt Bürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski, als Sazan Al-Djaf von ihren Zukunftsplänen erzählt. Die 42-Jährige möchte noch einmal die Schulbank drücken, um als Erzieherin in einer Kita arbeiten zu können. Einen Einblick in das Berufsfeld holte sie sich im Projekt „Zukunft Kita“.

Sazan Al-Djaf stammt aus dem Irak und ist eigentliche Lehrerin. Seit 16 Jahren lebt sie in Deutschland, hat drei Kinder und war bisher als Hausfrau und Mutter zu Hause. „Ich liebe Kinder und ich will arbeiten“, erklärt sie ihre Teilnahme an dem Projekt. Als „gestandene Frau“ noch einmal einen Neuanfang zu wagen und eine Ausbildung zur Erzieherin zu absolvieren, dem gebühre Respekt, so Richter-Kotowski bei einem Besuch der Kita JuLi-Kinder, in der Sazan Al-Djaf derzeit ein Praktikum macht.

Das Projekt wurde vor 18 Monaten im Bezirk ins Leben gerufen. Arbeitssuchende und Nichterwerbstätigen haben die Möglichkeit, Einblicke in das Berufsfeld Kita zu erlangen. Neben Workshops, individuellen Beratungen und gegenseitigem Austausch gehört auch eine Praxisphase in einer Kita zum Projekt. „Hier können die Teilnehmer den pädagogischen Alltag, Kinder und Pädagogen kennenlernen sowie testen, ob sie langfristig im Kita-Bereich arbeiten möchten“, erklärt Projektleiterin Franziska Büttner.

„Wir wollen mit Zukunft Kita der Kita-Krise und dem Mangel an Erziehern entgegenwirken“, sagt Richter-Kotowski. Immerhin fehlen bundesweit bis zum Jahr 2025 mehr als 300 000 Erzieher, jeder vierte Erzieher bricht seine Ausbildung ab. Erste Erfolge machen sich bemerkbar: Acht Teilnehmer haben sich bereits für die Ausbildung zum Erzieher entschieden und sowohl Ausbildungs- als Schulplatz in der Tasche. Auch Sazan Al-Djaf wird jetzt eine zweijährige Ausbildung beginnen und danach zunächst als pädagogische Assistentin arbeiten

Für die nächste Runde, die Ende Juli startet, haben sich bereits 45 Interessierte zwischen 25 und 62 Jahren gemeldet. Ein Drittel davon sind Männer. Damit die Teilnehmer sich auch in der Praxis ausprobieren können, müssen auch Kitas ins Boot geholt werden. Dazu werden Vereine und Träger angeschrieben. Dass auch die Kitas von dem Projekt profitieren, bestätigt Liana Schulz. Sie leitet die Kita JuLi-Kinder. „Es war für alle bereichernd“, sagt Schulz.

Zum Abschluss der ersten Projektrunde fand eine „Zukunft Kita Berufsmesse“ statt. Hier konnten die Teilnehmer mit Kita-Trägern und Fachschulen ins Gespräch kommen und sich bewerben.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es auf www.zukunft-kita.de.

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