Treffpunkt Klohäuschen

Im früheren Klohäuschen gibt es jetzt eine vollausgestattete Küche. Foto: K. Rabe
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Steglitz. Vor zwanzig Jahren haben Pfadfinder das Toilettenhäuschen in der Klingsorstraße mit viel Kraft und wenig Geld zur Bäkeburg ausgebaut. Es wurde danach zum Treffpunkt von mehreren Pfadfindergruppen. Bis vor zwei Jahren. Da lösten die Gruppen sich auf, das Haus stand leer und drohte zu verkommen.

Das wollte Jürgen Ferrary nicht zulassen. „Wir hatten damals so viel Arbeit und Zeit investiert – das umgebaute Toilettenhäuschen ist zu einer Herzensangelegenheit geworden. Daher wollen wir es wieder fit machen und mit Leben erfüllen“, sagt er.

Mit „wir“ meint er ein paar der ehemaligen Pfadfinder von damals und den seit 1997 existierenden Förderverein, der sich um das Gebäude kümmert. Dazu kommt, dass die jungen Leute von damals regelrecht um das „Örtchen“ kämpfen mussten.

„Ende der 1990er-Jahre wurden fast alle Toilettenhäuschen von der BSR als Betreiber abgerissen. Wir hatten an die BSR geschrieben und darum gebeten, uns das WC an der Bäke zu überlassen. Wir wollten es für die Jugendarbeit nutzen“, erinnert Ferrary, der damals mit seiner Frau Alexandra Initiator war und inzwischen Pastor von Beruf ist. Letztlich bekamen es die Pfadfinder auch mit Hilfe des Bezirks übereignet. „Es war das erste Klohäuschen in Berlin, dass für soziale Nutzung umgebaut wurde.“

Auch wenn manch einer die Nase rümpft, wenn er vom einstigen Zweck des Hauses hört – an das heruntergekommene und stinkende WC erinnert heute nichts mehr. Auf 36 Quadratmetern Grundfläche gibt es einen Gruppenraum, eine vollausgestattete Küche mit Herd und Kühlschrank, eine Dusche und eine Toilette. Das Dach wurde zu einem Schlafboden mit Matratzen ausgebaut, der Platz für sechs Personen bietet.

In den vergangenen Monaten wurde das seit 2015 leerstehende Haus renoviert und wieder hergerichtet. Derzeit treffen sich vereinzelt Gruppen, um ihrem Hobby zu frönen. Es werden auch Kindergeburtstage, Konfirmation oder Jugendweihe gefeiert. Es kann auch für Berlinbesucher für Übernachtungen gemietet werden.

Ferrary würde sich wünschen, dass sich in der Bäkeburg regelmäßig soziale Projekte treffen. Das könnten beispielsweise Eltern-Kind-Gruppen, Therapie- und Coaching- oder Nachhilfeangebote sein. „Im Haus könnte man auch prima Trompete oder andere laute Instrumente spielen. Durch die dicken Mauern dringt kaum etwas nach draußen“, sagt er mit einem Lächeln.

Alles, was sinnvoll ist und das Häuschen zum Leben erweckt, sei willkommen. „Wir sind für vieles offen, erwarten natürlich einen sorgsamen Umgang mit der Einrichtung.“ Die Mietkosten sind moderat und sollen lediglich die Kosten für das Haus decken.

In diesem Frühjahr steht noch ein „Bautag“ an, bei dem die Bäkeburg den letzten Schliff bekommen soll. „Wir sind auch dankbar über jede Art von Unterstützung. Aktuell könnten wir bei der Reparatur oder Erneuerung der Regenrinne professionelle Hilfe gebrauchen“, sagt Jürgen Ferrary. KaR

Kontakt zu Jürgen Ferrary und weitere Informationen zur Bäkeburg auf www.facebook.com/baekeburg.

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