Die Tonne verschwindet
Altglas muss künftig in Sammel-Iglus an Straßen entsorgt werden

Sammeliglus sollen die Altglastonnen auf Wohnhöfen ersetzen.
  • Sammeliglus sollen die Altglastonnen auf Wohnhöfen ersetzen.
  • Foto: K. Rabe
  • hochgeladen von Karla Rabe

Seit Anfang August verschwinden die Altglas-Tonnen aus den Innenhöfen. Stattdessen werden mehr Sammel-Iglus an Straßen aufgestellt, in denen leere Flaschen und Gläser entsorgt werden können. Neun Berliner Bezirke sind betroffen, unter anderem auch Steglitz-Zehlendorf.

Vor allem ältere Menschen empfinden die Umstellung als Zumutung. Konnten bisher leere Flaschen und Gläser bequem in die Tonnen am Haus geworfen werden, müssen Verbraucher das Altglas demnächst quer durch den Kiez zu einem Sammel-Iglu tragen. Für Senioren oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen sei das eine zusätzliche Belastung, sagen Kritiker der Umstellung. Rolf Breidenbach von der FDP-Fraktion beispielsweise befürchtet, dass Mieter dann lieber das Glasgut in die Restmülltonne werfen.

Im Bezirk hat der Abzug der Altglas-Tonnen zum Teil schon begonnen. Bis September sollen sie verschwunden sein. Berlinweit werden in neun Bezirken die alten Sammelbehälter in den Wohnhöfen um 30 000 auf 62 000 reduziert. Die Zahl der öffentlichen Sammelstellen soll von 1500 auf 1900 erhöht werden. Davon wiederum profitierten auch viele Haushalte, sagt Tonka Wojahn, Fraktionsvorsitzende der Grünen. „Die meisten Haushalte im Bezirk haben keine eigene Glastonne. Die Umstellung wird es möglich machen, dass Sammelstellen auch für Wohngebiete erschlossen werden, die bisher einen sehr weiten Weg zu den Containern hatten.“ Darüber hinaus könne das Glas so besser verwertet werden, weil es kaum vermischt wird. Denn in den Iglus kann nach Weiß-, Grün- und Braunglas sortiert werden. Das Zweifarb-Sammelsystem über die Glastonnen auf den Grundstücken dagegen sei nicht mehr zeitgemäß, begründen die Senatsumweltverwaltung und das Duale System als Betreiber des Mülltrennsystems das neue Konzept.

Doch so richtig geht die Rechnung nicht auf. In einem „Testlauf“ in drei Berliner Bezirken, in denen die Glastonnen bereits vor Jahren abgeschafft wurden, zeige sich, dass das gesammelte Altglas um 20 Prozent zurückgegangen sei. Das hat der BUND festgestellt. Der Umweltverband hat zum Widerstand aufgerufen und die Aktion „Meine Altglastonne bleibt!“ gestartet. Auf www.meine-Altglastonne.de kann jeder für den Erhalt der Hoftonnen für Altglas kämpfen und Widerspruch gegen die Abschaffung einlegen.

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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