Zahlungen wegen Lärms bis Oktober 2020 geplant
Eigentümer erhalten Entschädigung

Auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel wartet ein Regierungsflieger auf seinen Einsatz.
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Noch in der Vorweihnachtswoche tagte der Senat im Reinickendorfer Bezirksamt. Dabei gab es auch eine Art Geschenk für Eigentümer mit Objekten rund um den Flughafen Tegel.

Geschenke wurden gar gleich mehrfach angekündigt, als der Senat in Reinickendorf tagte und zudem eine Rundfahrt durch den Bezirk unternahm. Eine Station war der militärische Teil des Flughafens Tegel.

Als der Senat auf dem sonst nicht zugänglichen Gelände ankam, auf dem die Regierungsflieger starten und landen, war eine gute Nachricht für rund 3000 Reinickendorfer schon beschlossene Sache: Sie haben mit dem Beginn von 2020 Anspruch auf Lärmschutz. Weil Tegel aber tatsächlich im November schließen soll, wird es bis dahin Entschädigungszahlungen geben, und zwar 15 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Es geht um Wohnungen, die tagsüber mehr als 70 Dezibel abbekommen, und nachts mehr als 60 Dezibel. Der Senat schätzt die Kosten auf mehr als drei Millionen Euro, die die Flughafengesellschaft kulant übernehmen wird.

Entschädigungen
statt Lärmschutzmaßnahmen

Allerdings sollen die Zahlungen nur an Haus- und Wohnungseigentümer gehen. Eigentlich hätte es rund um Tegel schon lange diesen Anspruch gegen. Doch weil man schon vor Jahren davon ausging, dass Tegel geschossen werden soll, gab es eine Ausnahmeregelung bis Ende 2019. Da nun alle Beteiligten davon ausgehen, dass es im November 2020 wirklich mit dem Fliegen in Tegel vorbei ist, gibt es keine Lärmschutzeinbauten, sondern Geld. Zuständig ist die Enteignungsbehörde bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Sie ist erreichbar unter 901 39 41 40.

Laut Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH, die die Nachnutzung von Tegel plant, wird der 31. Oktober 2020 ein ganz besonderer Tag. Er ist nicht nur Reformationstag und Halloween, sondern auch der Geburtstag des Flughafen-Geschäftsführers Engelbert Lütke Daldrup. Und der will sich das größte Geschenk machen: Der Großflughafen BER geht ans Netz.

Im Mai 2021
soll der Abriss des Flughafens beginnen

Mit der Schließung stehen weitere Termine fest: In drei Schritten endet der Flugverkehr in Tegel am 8. November. Danach muss Tegel laut Bouteiller noch ein weiteres halbes Jahr betriebsbereit vorgehalten werden. Im Mai 2021 werden dann die Bagger anrücken, um zu verwirklichen, was längst geplant ist: Forschung, Industrie und mehr als 5000 Wohnungen.

Bis das ehemalige Flughafengelände komplett umgestaltet ist, werden nach Bouteillers Schätzung 20 bis 25 Jahre vergehen. Geplant sind zeitlich vier Bauabschnitte, deren Dauer auch von der konjunkturellen Entwicklung abhängt.

Autor:

Christian Schindler aus Reinickendorf

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