Luftansa will Weiterbetrieb prüfen
Flugzeuge contra Bahn

Die Debatte um die Zukunft des Flughafens Tegel ist von Lufthansa-Chef Carsten Spohr neu befeuert worden. Er möchte den Weiterbetrieb nach der Eröffnung des BER in Schönefeld prüfen.

Beim Neujahrskonzert des Lufthansa-Konzerns kritisierte Spohr die aktuellen Zustände in Tegel. Die seien auch ohne Streik, wie seitens des Sicherheitspersonals, untragbar: Veraltete Technik, lange Schlangen vor der Abfertigung. Dann stelle sich noch die Frage, ob der BER, wenn er im Oktober 2020 ans Netz gehen sollte, nicht schon zu klein sei.

Die Politik reagierte unterschiedlich. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und noch Reinickendorfer CDU-Vorsitzende Frank Steffel sieht bei der Lufthansa eine Einkehr von Seriosität. Der Konzern verstehe sich nicht weiter als Interessenvertreter der Hauptumschlagbasen in Frankfurt/Main und München. Er fordert eine „ideologiefreie Debatte“, weil die Konsequenzen zu geringer Kapazitäten von den Kindern und Enkelkindern der Berliner zu tragen seien.

Wurde die Deutsche Bahn
zur Konkurrenz?

Der Reinickendorfer SPD-Vorsitzende und Abgeordnete Jörg Stroedter sieht hinter dem Vorschlag des Lufthansa-Chefs Unternehmensinteressen. Die Lufthansa-Tochter Eurowings werde ab Mai werktags viermal täglich die Strecke Berlin-München fliegen. Das sei ein direkter Angriff auf die Deutsche Bahn, die seit 2018 für diese Strecke nur noch vier Stunden braucht und damit 1,5 Millionen zusätzliche Fahrgäste gewinnen konnte. Es gehe um eine Zeit- wie eine Preiskonkurrenz: „Da zählt jede halbe Stunde“.

Wenig begeistert von der Diskussion ist das Bündnis „Tegel schließen – Zukunft öffnen“, in dem sich die Bürgerinitiativen gegen den Flughafen Tegel zusammen geschlossen haben. Die beiden Sprecher Klaus Dietrich und Janik Feuerhahn verweisen darauf, dass der innerdeutsche Flugverkehr in Tegel im vergangenen Jahr 39 Prozent ausgemacht habe. Da sei es doch die Aufgabe der Politik, sich um die Deutsche Bahn zu kümmern, damit diese Alternativen auf Strecken kleiner als 600 Kilometer anbieten kann.

Die Sprecher weisen auch die Argumentation zurück, moderne Flugzeuge produzieren weniger Lärm als bisher. Die Lufthansa, so Dietrich und Feuerhahn, nutze für Tegel die „mit Abstand die ältesten Maschinen aller Fluglinien.“

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