Große Investitionen notwendig / Anbindung muss verbessert werden
Konzept gesucht für das Strandbad

Johanna Steinke und Helena Bleeck an einer ehemaligen Freiluftdusche.
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  • Johanna Steinke und Helena Bleeck an einer ehemaligen Freiluftdusche.
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Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) startet in diesen Tagen das Konzeptverfahren für das Strandbad Tegel. Läuft alles optimal, könnte das Bad sogar schon im kommenden Jahr wieder öffnen.

Die Adresse ist zurzeit nicht besonders gefragt: Schwarzer Weg 95. Hier befindet sich der Eingang zum Strandbad Tegel. Doch hinein kommt der Berliner oder Berlin-Besucher seit 2016 nicht mehr. Die Abwasser-Leitungen wurden verfüllt, schon zuvor war der Betrieb im Wasserschutzgebiet nur noch mit Ausnahmegenehmigungen möglich.

Das war mal ganz anders. Helena Bleeck, in der BIM zuständig für die Durchführung des Konzeptverfahrens, führt zu einer offenen Säulenkonstruktion mit Dach etwas abseits des Sandstrands und fragt ihre Begleiter, was diese wohl einmal war. Sie erraten es nicht. „Hier wurde Fußball gespielt“, sagt Helena Bleeck. Jugendgruppen zelteten hier einst, trieben Sport. Kleinere verrottete Säulen zeugen noch von Freiluftduschen, aus denen aus Umweltschutzgründen schon lange kein Wasser mehr fließt. Die Faszination von 400 Meter Sandstrand ist aber immer noch da.

Liegenschaften
werden nicht mehr nur verkauft

Wer hier wieder das Baden und Schwimmen ermöglichen will, muss viel Geld in die Hand nehmen. Was die Berliner Bäder-Betriebe als Subvention vom Senat bekommen, geht zuerst in Schwimmhallen. Schließlich soll Schwimmunterricht an Schulen nicht an geschlossenen Bädern scheitern. Gleichwohl gilt laut Koalitionsvertrag des Senats der Erhalt aller Bäder als Daseinsvorsorge. Das war die Abkehr des Senats von einer früheren Politik, die in Grundstücken und Liegenschaften nur Einnahmequellen für den Landeshaushalt sah und die deshalb an den Höchstbietenden verkaufte.

Jetzt soll der öffentliche Einfluss gewahrt bleiben: Das Strandbad Tegel soll im Auftrag der Berliner Bäder-Betriebe in Erbpacht vergeben werden. Das Erbbaurecht würde für 40 Jahre gelten. Zu welchen Bedingungen, entscheiden die Experten des Landes Berlin. Das Berliner Immobilienmanagement ist nur der Dienstleister, der den Eigentümer, also das Land Berlin, unterstützt, wie BIM-Sprecherin Johanna Steinke betont.

Helena Bleeck verweist auf den grundsätzlichen Willen des Landes Berlin, das Strandbad Tegel zu erhalten. Der sei noch gestärkt worden mit dem 2018 abgeschlossenen Interessenbekundungsverfahren, an dem sich eine Handvoll Interessenten beteiligte. Drei von ihnen sollen auch wirtschaftlich überzeugende Vorschläge zum weiteren Betreib gemacht haben.

Es soll ganzjährig Gastronomie geben

Im Konzeptverfahren wird es jetzt konkreter. Fest steht, dass ein Betreiber die Schwimm- und Bademöglichkeiten saisonal anbieten muss. Als sicher gilt auch, dass sich dieser Saisonbetrieb nur mit einem Ganzjahresbetrieb ermöglichen lässt, vermutlich in der Gastronomie. Die vorhandenen Gebäude wie Restaurant oder Lager müssten saniert werden. Auch die kleinen Verkaufshäuschen könnten genutzt werden. Sicher ist aber auch: Wird ein Gebäude abgerissen, kann es nicht mehr neu gebaut werden. Andererseits könnte sogar eine Aufstockung von Vorhandenem möglich sein. Die geringsten Kosten dürften der Ersatz von Wasserrutsche und Steg ausmachen.

Auch bei der Erreichbarkeit setzt die BIM auf die Phantasie künftiger Betreiber. Ein Shuttle-Bus ist genauso denkbar wie eine Ausleihstation für Fahrräder, mit Stützpunkten in Tegel. Wird das Bad tatsächlich wieder zum Ziel vieler Bade- und Schwimmfreunde, könnte man auch wieder mit der BVG über eine bessere Anbindung sprechen.

Rund sechs Wochen haben Interessierte Zeit, ihre Konzepte vorzulegen. Dann werden sie von den Berliner Bäder-Betrieben detailliert geprüft. Ist ein überzeugendes dabei, könnten sich die Tore am Schwarzen Weg 95 schon im kommenden Mai öffnen. Auf knapp 31.000 Quadratmetern könnte dann wieder entspannt und gebadet werden.

Weitere Informationen zum Konzeptverfahren unter www.bim-berlin.de.

Autor:

Christian Schindler aus Reinickendorf

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