Wir fassen die wichtigsten Ereignisse zusammen
Jahresrückblick 2018 in Tempelhof-Schöneberg

Der MedienPoint feiert am 12. März zehnjähriges Bestehen im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller. Leiter Henning Hamann (rechts) verabschiedet sich.
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  • Der MedienPoint feiert am 12. März zehnjähriges Bestehen im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller. Leiter Henning Hamann (rechts) verabschiedet sich.
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In der letzten Berliner-Woche-Ausgabe des Jahres blicken wir traditionell noch einmal auf die vergangenen zwölf Monate zurück. Was hat sich verändert? Welche Ereignisse waren wichtig? Eine Übersicht:


Januar


Wegen des geplanten Wegfalls von 500 Arbeitsplätzen bei „GE Power Conversion“ in Marienfelde gehen die Beschäftigten auf die Straße. Bei ihren Protesten erhalten sie Unterstützung von der IG Metall. Auch Bürgermeisterin Angelika Schöttler besucht die Betroffenen am Standort in der Culemeyerstraße.

Bereits zum vierten Mal in Folge stellt das Tempelhofer St.-Joseph-Krankenhaus die geburtenstärkste Einzelklinik Deutschlands. 2017 erblickten 4301 Kinder auf der Station das Licht der Welt.

Die BSR plant die Schließung des Recyclinghofs am Tempelhofer Weg. Einen Ersatz wird es im Bezirk nicht geben.

Magot Friedländer aus Schöneberg wird am 22. Januar mit dem Ehrenpreis der German Jewish History Awards 2018 der Obermayer-Stiftung für herausragende Leistungen in ihrer Aufklärungsarbeit als Zeitzeugin ausgezeichnet.

Februar

Im Hangar 1 des Flughafens Tempelhof gastieren die „interkulturellen straßenfußball-ligen“ von „buntkicktgut“. Dort kicken Berliner gegen geflüchtete Kinder aus dem Containerdorf auf dem Tempelhofer Feld. Durch die bunt gemischten Teams bauen sie Vorurteile ab und lernen sich besser kennen. Schirmherr des bundesweiten Projekts ist Nationalspieler Jerome Boateng.

Das Jobcenter hat genug vom Papierkram und verkündet die Umstellung auf die e-Akte. Kürzere Wartezeiten und schnellere Auskünfte sollen den Kundenservice verbessern.

Rund 40 Schüler der Spreewald-Grundschule können nicht am Schulmittagessen teilnehmen, weil ihre Eltern die Monatsbeiträge nicht zahlen.

Die Arbeiten an den U-Bahntunnelröhren zwischen dem Wittenbergplatz und der Kreuzung „An der Urania“ beginnen. Für die Bauzeit sind zwei Jahre veranschlagt. Gebaut wird auch auf dem Euref-Campus. Die Gasag errichtet dort ihre neue Unternehmenszentrale.

März

Im Bezirksamt wird die Einführung eines Pilotprojekts für den Tempelhofer Damm beschlossen. Von „Logistik-Hub-Standorten“ im Umfeld sollen Lastenfahrräder gelagerte Waren aufnehmen und zwischen Alt-Tempelhof und Tempelhofer Hafen zustellen. Der alternative Lastenverkehr soll damit zusammen mit einem provisorischen Fahrradstreifen die Verkehrssicherheit erhöhen. Bis Jahresende ist der Start des Projekts vorgesehen. Hat aber noch nicht geklappt.

Der Second-Hand-Buchladen „MedienPoint“ in der Werderstraße feiert zehnjähriges Bestehen. Zum Jubiläum schaut der Regierende Bürgermeister Michael Müller vorbei und bringt eine Kiste Bücher mit. Henning Hamann, langjähriger Leiter des Ladens, verkündet seinen Abschied.

Für drei Jahre schließt die Deutsche Bahn den Bahnübergang Säntisstraße in Marienfelde. Grund ist der Ausbau der Fernbahngleise für eine schnellere Verbindung zwischen Berlin und Dresden. Weil die provisorische Fußgängerbrücke nicht barrierefrei ist, hagelt es Kritik.

Die Urania Berlin feiert 130-jährige Bestehen. Der langjährige Direktor Ulrich Bleyer wird mit der Urania-Medaille ausgezeichnet. Bleyers Nachfolger wird der Kommunikationsexperte Ulrich Weigand.

Nach den U-Bahnhöfen Bayerischer Platz und Eisenacher Straße hat sich nun auch am Verkehrsknotenpunkt Yorckstraße eine harte Drogenszene etabliert; verkauft und konsumiert werden Heroin und Crack.

Die Spreewald-Grundschule bleibt in den Schlagzeilen: Sie bestellt einen privaten Wachschutz. Mehr als 30 Gewaltvorfälle musste Schulleiterin Doris Unzeitig im Vorjahr an die Schulaufsicht melden.

Der gesamte Schöneberger Norden wird unter Milieuschutz gestellt.

April

„Wenn ein Kind antisemitisch bedroht wird, ist das beschämend und unerträglich“, erklärt Außenminister Heiko Maas. Die bundesweit für Schlagzeilen sorgenden Vorfälle an der Paul-Simmel-Grundschule in Tempelhof, wo ein jüdisches Mädchen von muslimischen Mitschülern beleidigt und sogar mit dem Tode bedroht wurde, erreichen damit auch die Bundespolitik.

Als eine der Konsequenzen aus dem Terroranschlag am Breitscheidplatz im Dezember 2016 verkündet die Berliner Polizei, die ehemalige Reichspostzentrale in der Ringbahnstraße bis Anfang 2020 zum Anti-Terror-Zentrum umzubauen.

Am 13. April startet auf dem Viktoria-Luise-Platz die Berliner Brunnensaison. Es ist die letzte mit der Wall AG als Sponsor. 2019 übernehmen die Berliner Wasserbetriebe Reinigung und Pflege.

Die Jugendkunstschule Schöneberg feiert ihr 25. Jubiläum mit einer Ausstellung in der Kommunalen Galerie im Haus am Kleistpark.

Mai

Nach langen Diskussionen steht fest: Im Diedersdorfer Weg in Marienfelde wird keine Modulare Unterkunft für Geflüchtete gebaut. Als Ersatz schlägt das Bezirksamt die Röblingstraße in Tempelhof vor und bekommt dafür die Zustimmung des Senats. Eine zweite Unterkunft ist in der General-Pape-Straße geplant.

Bei einer Bürgerveranstaltung informiert Stadträtin Christiane Heiß, dass das fast 90 Jahre alte Damwildgehege im Franckepark aufgelöst wird. Mit Fördermitteln sollen bis 2021 außerdem der Bosepark, Lehnepark und Alte Park attraktiver gestaltet werden.

Die Kinder- und Jugendeinrichtung Lortzingclub in Lichtenrade wird 70 Jahre alt. Kuriose Anekdote: Anfang der 50er-Jahre brachten amerikanische Soldaten einen Alligator aus Florida mit und ließen ihn ihm Pool schwimmen.

Am 4. Mai übergibt Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) den runderneuerten Spielplatz im Heinrich-Lassen-Park an die Öffentlichkeit. Das Thema sind Märchen.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen gibt bekannt, dass das Quartiersmanagement im Schöneberger Norden zum 31. Dezember 2020 endet. Im Bezirk halten das viele für eine falsche Entscheidung. Ebenfalls 2020 endet die Schutzfrist für die Hansakorso-Kleingartenanlagen am Werner-Voß-Damm wie für die Kolonie Maxstraße in der Kärntener Straße.

Juni

Berlins ältestem Revuetheater „La vie en rose“, seit 1995 neben dem Haupteingang des Flughafens Tempelhof zu Hause, wird der Mietvertrag gekündigt. Betroffen sind auch die akrobatischen Stripper von „Sixx Paxx“. Die Senatsverwaltung will die Räume ab 2019 als Besucher- und Informationszentrum nutzen.

In den Volkspark Mariendorf strömen wieder Tausende Besucher zum inzwischen 35. Rocktreff und dem parallel stattfinden Spielfest.

Am 3. Juni fällt der letzte Vorhang für das Figurentheater Hans Wurst Nachfahren. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) handelt mit dem Immobilieneigentümer eine Verlängerung des Mietvertrags am Winterfeldtplatz um fünf Jahre aus.

Vattenfall entscheidet sich für den künftigen Standort seiner Deutschland-Zentrale: 2021 werden mehr als 2000 Mitarbeiter in den Neubau am Hildegard-Knef-Platz ziehen.

Der 29. Juni ist der erste Diensttag der Mobilen Wache der Polizei auf dem Nollendorfplatz.

Juli

Die Naturwacht eröffnet ein Schmetterlingshaus. Naturbegeisterte Kinder und Erwachsene können dort einheimische Arten in sämtlichen Stadien bis zum fertigen Schmetterling beobachten. Allein auf dem Gelände in Marienfelde konnten 170 Arten nachgewiesen werden.

Zum zweiten Mal startet das Deutsch-Amerikanische Volksfest im Marienpark mit spektakulären Achterbahnen und Karussells. Schausteller Thilo-Harry Wollenschlaeger zählt in den drei Wochen mehr als 300 000 Besucher.

Das Bezirksamt hat für die gesamte Stadt die Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes übernommen. Die neue Behörde heißt Probea und sitzt im Rathaus Schöneberg. Seit 1. Juli werden hier Anmeldebescheinigungen für Sexarbeiterinnen ausgestellt.

Kurz vor Beginn der Sommerferien sorgt ein Bericht der Schulinspektion zur Friedrich-Bergius-Schule für Empörung: Die erfolgreiche Einrichtung am Perelsplatz soll „erheblichen Entwicklungsbedarf“ bei der Vermittlung von Wissen haben.

August

Das Bezirksamt gedenkt gemeinsam mit US-Veteranen am 7. August der Luftbrücke vor 70 Jahren. Als Bürgermeisterin Angelika Schöttler vor dem Luftbrückendenkmal einen Kranz niederlegt, sitzt William J. D. Freedman in der ersten Reihe. Der 93-Jährige, aus dem US-Bundesstaat Alabama angereist, ist einer der noch wenigen lebenden Zeitzeugen.

Mitten im Sommerloch schlägt die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobag dem Bezirksamt vor, ein „Haus der Jugend“ zu bauen. Eine Offerte, die wie gerufen kommt: Im Bezirk fehlen Räume für Jugendfreizeitangebote.

Die Urania Berlin stellt sich neu auf: knalliges Erscheinungsbild und erweitertes Programm. Direktor Ulrich Weigand will jüngere Zielgruppen erreichen.

September

Rund 25 000 Besucher pilgern am 1. September zum Tag der offenen Tür in den Flughafen Tempelhof. Es ist der zweite dieser Art.

Die Berliner Union-Film verkündet, den historischen Filmcampus in der Oberlandstraße in den kommenden Jahren zu einem modernen Vernetzungspunkt unterschiedlicher Branchen zu entwickeln. Co-Working Spaces, urbane Landwirtschaft, Konferenzräume und Medienstudios, Gastronomie, ein Kindergarten und Forschungszentren sollen auf dem Areal entstehen.

Durch die Pläne zur „Neuen Mitte Tempelhof“ sehen die Pfadfinder die Zukunft ihres Gutshofs in der Götzstraße bedroht. Wenn der Pachtvertrag 2021 ausläuft, möchte der Bezirk dort eine Kita bauen. Eine Koexistenz sei nicht möglich, erklärt Pfadfinderin Lena Knote.

In der bisherigen Jugendarrestanstalt am Kirchhainer Damm in Lichtenrade nimmt der vom Senat angekündigte Abschiebegewahrsam für terroristische Gefährder seinen Betrieb auf.

Nach der Auseinandersetzung mit Senatsschulverwaltung und Bezirksamt um Sicherheitsvorkehrungen stellt die Leiterin der Spreewald-Grundschule, Doris Unzeitig, ihr Amt zur Verfügung. Nachfolgerin wird Nana Salzmann, bisherige stellvertretende Schulleiterin an der Neumark-Schule.

Der von Anwohnern gemeinschaftlich gepflegte „Froben-Garten“ in der Frobenstraße wird eröffnet. Eröffnung feiert auch der Kiezladen des Deutschen Roten Kreuzes in der Ebersstraße.

Am 13. September wird Deutschlands bekanntester Intensivtäter, der von Rivalen erschossene Deutsch-Araber Nidal R. aus Neukölln, auf dem Schöneberger Neuen Zwölf-Apostel-Kirchhof beigesetzt.

Oktober

Natur-Ranger Björn Lindner von der Naturwacht Marienfelde beklagt die Folgen der Dauerhitze im Sommer. Als Konsequenz will er 2019 eine Wetterstation installieren lassen, um die Klimadaten für den Berliner Süden zu erfassen.

Nach langwierigen Verhandlungen kann die IG Metall vorerst 800 Arbeitsplätze bei „Procter & Gamble Gillette“ sichern. Das Unternehmen sagt außerdem zu, weitere 40 Millionen Euro in seinen Produktionsstandort in der Oberlandstraße zu investieren.

Am 18. Oktober feiert die Bezirkszentralbibliothek in der Götzstraße 40-jähriges Bestehen. Weil das Gebäude marode ist, soll die Zukunft im geplanten Kulturbaustein am Tempelhofer Damm liegen. Der markante 70er-Jahre-Bau soll abgerissen werden, um das Grundstück für den Wohnungsbau bereitzustellen.

Gabi dan Droste wird neue Leiterin des ehemaligen Figurentheaters Hans Wurst Nachfahren, nennt das Haus „Feld-Theater am Winterfeldtplatz“ und setzt auf eine Vielfalt darstellender Ausdrucksformen. Ehemalige Puppenspieler protestieren.

Der Jura-Student Jan-Philipp Knoop aus Schöneberg kündigt seine Kandidatur für den Parteivorsitz der Bundes-CDU an. Zu dem Zeitpunkt ist noch unbekannt, dass Angela Merkel nicht mehr antritt und sich elf weitere Kandidaten bewerben werden.

November

Am Flughafen Tempelhof starten die Baumaßnahmen auf dem Weg zu einem neuen Stadtquartier für Kunst und Kultur. Als erstes werden der Tower und das Kopfgebäude West saniert.

Auf dem Areal der Grundschule auf dem Tempelhofer Feld wird ein in Berlin bislang einzigartiger mobiler Holzmodulbau errichtet. In die sogenannten „Fliegenden Klassenzimmer“ setzt die Politik große Hoffnungen, können sie doch kurzfristig Schulplätze erhöhen und als Ausweichstandorte während Sanierungsarbeiten dienen.

Die Bezirksverordneten verabschieden einen Antrag zur Thomas-Dehler-Bibliothek, die von Ehrenamtlichen betrieben wird. Deren Kulturangebote sollen wieder in der Kosten-Leistungs-Rechnung des Landes Berlin berücksichtigt werden. Sonst bleibt die beliebte Kiezbibliothek defizitär und muss geschlossen werden.

Das Kinder- und Jugendtheater Morgenstern im ehemaligen Rathaus Friedenau ist in finanzielle Schieflage geraten. Ihm droht die Schließung zum 31. Dezember.

Green Buddy Award 2018: Den erstmals auch in der Kategorie Einzelhandel verliehenen Bezirksumweltpreis nimmt „Sirplus“ mit nach Hause. Die Unternehmergesellschaft aus Dahlem verkauft in „Rettermärkten“ Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden.

Dezember

Die Johanna-Eck-Schule in Tempelhof feiert Richtfest für ihren Mensaneubau mit Ganztagsbereich. Ab Dezember 2019 sollen die Schüler in dem innovativen Gebäude essen, lernen und spielen können. Der Kiez darf sich zugleich über eine von Schülern bewirtschaftete Cafeteria freuen.

Mit 100 Gästen aus Politik und Wirtschaft, mit Freunden und Unterstützern feiert das Ausbildungs- und Kulturcentrum (AKC) in Friedenau am 7. Dezember 30-jähriges Bestehen.

Die Jugendclubs Potse&Drugstore müssen nach über 40 Jahren ihre Räume in der Potsdamer Straße 180/182 verlassen. Ersatz für „leise“ Veranstaltungen gibt es in der früheren Postfiliale ein paar Häuser weiter nördlich. Für wilde Partys und Konzerte wird mit der Tempelhof GmbH am ehemaligen Flughafen verhandelt.

Zusammengestellt von Karen Eva Noetzel und Philipp Hartmann.

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