Micro-Hub steht kurz vor dem Start
Pilotprojekt zur Warenlieferung am Tempelhofer Damm nimmt Gestalt an

Neun Stellplätze des P+R-Parkplatzes fallen weg. Der Fahrradunterstand bleibt.
  • Neun Stellplätze des P+R-Parkplatzes fallen weg. Der Fahrradunterstand bleibt.
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  • hochgeladen von Philipp Hartmann

Der Tempelhofer Damm wird sich in den kommenden Jahren deutlich verändern. Neben den geplanten sicheren Radspuren sollen Waren in Zukunft mit dem Lastenrad zu den Geschäften transportiert werden. Das Pilotprojekt „Micro-Hub – Lieferung der letzten Meile am Te-Damm“ soll voraussichtlich noch im ersten Quartal beginnen.

Bei einem Gesprächsforum mit Unternehmern haben Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD), Stadträtin Christiane Heiß (Grüne), Tobias Mette von der Unternehmer-Initiative Te-Damm und Jan Kruska von der Deutschen Bahn das Vorhaben vorgestellt. Nach mehr als zwei Jahren der Diskussion, Planung und Vorbereitung stehen die Eckdaten fest. Um den Lieferverkehr mit Lkws am Tempelhofer Damm deutlich zu reduzieren, werden den Geschäftsinhabern bestellte Waren mit robusten Cargobikes vor die Tür gebracht. Dadurch sollen zugleich CO2-Emissionen und Lärm reduziert werden.

Ein Bike kann bis zu 250 Kilogramm Nutzlast transportieren. Jan Kruska zufolge liegt das durchschnittliche Paketgewicht bei acht Kilogramm, womit rund 30 Pakete pro Tour zugestellt werden könnten. Positive Erfahrungen machte er unter anderem bereits am Bahnhof Südkreuz, wo seit 2017 Lebensmittelunternehmen wie die „Märkische Kiste“ einen Teil des Parkplatzes zum Umladen von Biokisten und Obstkörben nutzen.

Für den neuen Micro-Hub werden neun Stellplätze des P+R-Parkplatzes am Bahnhof Tempelhof in Anspruch genommen. Aufgrund der Lage direkt neben der Stadtautobahn wird der Standort vom Bezirk als besonders günstig eingeschätzt. Auf der rund 50 Quadratmeter großen Fläche werden drei Container aufgestellt, die als Zwischenlager für die Waren dienen, bevor diese von Kurierfahrern auf die Lastenräder umgeladen werden.

Wohncontainer vom Tempelhofer Feld als Zwischenlager

Die Wirtschaftsförderung des Bezirksamts konnte dafür erfolgreich drei Wohncontainer des ehemaligen Tempohomes auf dem Tempelhofer Feld von der Berliner Immobilienmanagement GmbH ordern. Diese werden für ihre neue Nutzung komplett entkernt. Sobald die BIM ihre Freigabe erteilt hat, können die Container abgeholt und am Te-Damm aufgestellt werden. Die Zustellung der Waren solle idealerweise ein lokaler Partner übernehmen, wie Jan Kruska erklärt. Großunternehmen wie die DHL oder die Deutsche Bahn sollen hierfür nicht zum Zuge kommen.

Als Lieferstrecke ist bei dem Pilotprojekt der Abschnitt zwischen A100 und Ullsteinhaus vorgesehen. Zum Ausladen sollen die Lastenräder nicht auf dem Gehweg, sondern in temporären Lieferzonen am Straßenrand halten. Um den Berufsverkehr nicht zu behindern, sollen die Touren jeweils entgegen der Hauptverkehrsrichtung stattfinden. Vormittags würden die Waren am Te-Damm somit stadtauswärts, nachmittags stadteinwärts zugestellt. Konkrete Zeitfenster müssten laut Christiane Heiß noch abgestimmt werden. „Bei einem solchen Projekt muss Vertrauen erst entstehen. Wir stehen bei Ihnen in der Schuld zu zeigen, dass es funktioniert“, sagte sie an die Unternehmer gerichtet. Ein paar von ihnen äußerten sich beim Gesprächsforum kritisch, darunter der Betreiber der Albrecht-Apotheke.

Ein Jahr als Testphase zu ausreichend?

Apotheken hätten andere Lieferrhythmen als andere Geschäfte, zum Beispiel wenn Medikamente vormittags bestellt und noch am selben Tag geliefert werden müssten. Eine zufriedenstellende Lösung dafür konnten die Verantwortlichen nicht benennen. „Es ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt“, betonte Heiß. Die genaue Laufzeit sei noch nicht festgelegt. „Meiner Meinung nach ist ein Jahr zu kurz“, sagte sie jedoch auf Nachfrage. Danach soll ein dauerhafter Standort für das Umladen der Waren eingerichtet werden. Tobias Mette informierte, dass es diesbezüglich bereits lose Gespräche mit dem Wenckebach-Klinikum gegeben habe. „Ich hoffe, dass wir in einem Jahr, wenn das Projekt so richtig angelaufen ist, ein positives Fazit ziehen können“, so Bürgermeisterin Angelika Schöttler.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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