„Wir entfernen Kunst, um Kunst zu zeigen“: Zwölf Skulpturen am Kulturforum warten auf Abtransport

Zur Vorbereitung erfolgen auf dem Gelände Sondierungsbohrungen. Immerhin stand hier mal ein ganzes Stadtviertel. | Foto: KEN
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Wir haben am Kulturforum noch einmal nachgezählt: Es ist ein Dutzend Skulpturen, das auf seinen Abtransport wartet – noch in diesem Jahr.

Störendes Grün ist entfernt. Das Grundstück ist für den Bau des Museums der Moderne bereit. Ein letztes Mal können sich die im Rahmen zweier Bildhauersymposien 1988 und 2003 entstandenen Objekte präsentieren. Vor lauter Unkraut und Gestrüpp, das in der Vergangenheit um sie wucherte, waren sie gar nicht als Kunstwerke wahrzunehmen.

„Wir entfernen Kunst, um Kunst zu zeigen“, bedauert Gerd Lukoschik. Aber die Flächen im neuen Museum seien bereits verplant, erläutert der Justitiar der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK). Zu viele Kunstwerke, die bislang der Öffentlichkeit vorenthalten worden seien, warteten in den Depots darauf, gezeigt zu werden. Die Skulpturen vom Kulturforum passten nicht in das Konzept der Preußenstiftung, Bauherrin des neuen Museums, so Lukoschik.

Der SPK-Jurist geht davon aus, dass die Skulpturen in diesem Jahr fortgebracht werden. Mit den Organisatoren des „4. Bildhauersymposiums Steine ohne Grenzen“ sei man dazu in Kontakt, so Lukoschik. „Wir haben den Künstlern signalisiert, die Stiftung trägt die Kosten.“ Wie hoch diese sein werden, ist auch Gerd Lukoschik noch nicht klar. Das hänge von der Art des Transports zum Bestimmungsort ab.

Wie die Künstler von damals wünscht sich die Preußenstiftung, dass die Skulpturen möglichst wieder gemeinsam an einem öffentlichen Ort gezeigt werden können. Ein Künstler, heißt es, will an seiner Skulptur weiterarbeiten.

Der Ort einer künftigen öffentlichen Präsentation ist aber noch nicht gefunden. Solange werden die Skulpturen in Depots der Stiftung zwischengelagert. „Die Künstler sollen sich in Ruhe umschauen können. Wir wollen sie nicht unter Druck setzen“, sagt Lukoschik. Allzu lange darf das freilich nicht dauern. Denn die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will die Objekte nicht in ihre Sammlung aufnehmen.

Unterdessen laufen schon erste Bauvorbereitungen für das Museum der Moderne. An mehreren Stellen auf dem Areal wird in die Tiefe gebohrt. Dort stand einst ein ganzes Stadtviertel. Man muss – gerade in Berlin – wissen, wie der Untergrund beschaffen ist. Die Stiftung hat zusätzlich alte Bauakten studiert. Und mit den Gewinnern des Architekturwettbewerbs für das Museum, dem Basler Büro Herzog & de Meuron, führt die Preußenstiftung eingehende Gespräche über ihre Platzbedürfnisse im neuen Bildertempel.

Der Raumbedarf der SPK gehe schon heute über die vorhandenen Quadratmeter hinaus, zumal inzwischen der Abstand zur Matthäuskirche und zur Sigismundstraße vergrößert werden musste, erklärt der SPK-Justitiar. „Wir führen die Gespräche so lange wie nötig und so schnell wie möglich.“

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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