Ideenwettbewerb für neues Museum der Moderne weltweit ausgelobt

Glückliches Vierergespann (von links): Berliner Museen-Chef Michael Eissenhauer, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, SPK-Präsident Hermann Parzinger und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher auf der Pressekonferenz.
  • Glückliches Vierergespann (von links): Berliner Museen-Chef Michael Eissenhauer, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, SPK-Präsident Hermann Parzinger und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher auf der Pressekonferenz.
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Tiergarten. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hat ihr wichtigstes Neubauprojekt auf den Weg gebracht. Die SPK hat den Ideenwettbewerb für das Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum ausgelobt.

„Ein guter Tag für die Kunst in Berlin“, sagte Monika Grütters (CDU) auf einer Pressekonferenz im Musikinstrumentenmuseum. Das „deutsche Jahrhundert der Kunst“ erhalte ein eigenes Zuhause, so eine sichtlich zufriedene Kulturstaatsministerin. Grütters hat sich nun doch mit ihrer Forderung durchgesetzt, das 14.000 Quadratmeter große „M20“, so der Arbeitstitel des Bauprojekts, an der Potsdamer Straße und in unmittelbarer Nachbarschaft solcher Architekturikonen wie der Neuen Nationalgalerie Mies van der Rohes und Hans Scharouns Philharmonie errichten zu lassen. 1,9 Millionen Euro stehen für den Erwerb des Geländes bereit, das in Teilen dem Land Berlin, der evangelischen Kirche und einem Privatmann gehört.

An prominenter Stelle

Aus der Akademie der Künste, der Berliner Architektenkammer und der Stiftung Zukunft Berlin waren im Vorfeld Forderungen laut geworden, auch das Grundstück hinter der Neuen Nationalgalerie an der Sigismundstraße in den Ideenwettbewerb für das neue Museum der Moderne einzubeziehen. Druck vonseiten der Mäzene Ulla und Heiner Pietzsch, Erich Marx sowie Egidio Marzona, deren Sammlungen mit einem Versicherungswert von einer Milliarde Euro als Zustiftungen in das neuen Museum einfließen werden, habe es nicht gegeben, so Grütters. Allerdings sei es schon deren Wunsch gewesen, ihre überlassenen Werke an prominenter Stelle zu zeigen.

Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, sprach von einer „Sensation“ und von einem „historischen Wendepunkt“, dass zukünftig die umfangreichen Bestände der Neuen Nationalgalerie gemeinsam mit den Privatsammlungen angemessen präsentiert werden. „Es geht weniger um Eitelkeiten denn um Platz“, stellte Monika Grütters fest. Die Potsdamer Straße biete weitaus größere Chancen für den Städtebau als der Standort an der Sigismundstraße, die man im Übrigen nicht schlecht reden wolle. Der Bund habe die 200 Millionen Euro allein für einen Museumsbau bereitgestellt und nicht für einen „erweiterten Umbau des Quartiers“, so Grütters weiter. Selbstverständlich würden die erwarteten Architektenentwürfe das städtebauliche Umfeld am Kulturforum, diesem „Ort der Diskrepanzen“, sehr wohl „mitdenken“.

Berlins schönstes Baufeld

Der Ideenwettbewerb ist weltweit ausgeschrieben und wendet sich ausgesprochen an jüngere Büros. Für das „schönste Baufeld Berlins“ erwartet SPK-Präsident Hermann Parzinger „kühne und mutige Entwürfe“. „Es ist die schönste und herausragendste Aufgabe für einen Architekten.“

Fachpreisrichter Arno Lederer aus Stuttgart nannte das Areal „das zentrale Grundstück der Republik“. Lederer rechnet mit Hunderten von teilnehmenden Architekturbüros. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher meinte, das neue Museum werde über Europa hinaus Schlagzeilen machen. Mit dem Neubau gelange das Kulturforum dorthin, wo die Museumsinsel schon sei. Lüscher versprach, dass das Land Berlin rechtzeitig Planungsrecht schaffen werde.

Anfang Februar 2016 will die Jury ihre Entscheidung bekannt geben. Danach folgt ein Realisierungswettbewerb. An ihm nehmen neben den zehn bis 20 Preisträgern des Ideenwettbewerbs weitere 40 bis 60 Büros sowie acht bis zwölf von der SPK eingeladene Architekten teil. Die endgültige Entscheidung fällt Ende 2016. KEN

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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