Rote Rosen für Hildegard Knef: René Koch erinnert an die Diva

Hildegard Knef und René Koch verband eine jahrelange Freundschaft.
  • Hildegard Knef und René Koch verband eine jahrelange Freundschaft.
  • Foto: Archiv René Koch
  • hochgeladen von Manuela Frey

Schöneberg. Am 28. Dezember wäre die Berliner Legende Hildegard Knef 90 Jahre alt geworden. Ihre Chansons, ihre Filme, ihre Bücher sind unvergessen. Ihr Visagist René Koch erinnert an seine langjährige Freundin.

„Eine Dame schwitzt nicht, eine Dame friert nicht, sie muss nie aufs Klo; sie trägt Hut und hat immer eine gepuderte Nase!“ Mit diesem Credo habe ich das Herz der Knef im Sturm erobert.

Ende der 70er-Jahre haben wir uns kennengelernt. Ich war gebeten worden, Hilde für ihren Auftritt zu schminken. Ich freute mich riesig auf diese Begegnung, hatte ihr Buch „Der geschenkte Gaul“ gelesen und zigmal ihre Lieder gehört. Sofort wurden wir Freunde. Als Chefvisagist von Yves Saint Laurent Beauté brachte ich sie in sein Modehaus nach Paris. Die Fahrten an die Seine und viele mehr, die ich als ihr Tournee-Begleiter in Sachen Outfit mitmachte, hat sie in ihrem Tatsachen-Roman „So nicht“ beschrieben. Dort nennt sie mich Raymond.

Markenzeichen: schwarze Wimpern

Für die Knef mit ihren geheimnisvollen grünen Augen, umrahmt von ihrem unvergessenen Markenzeichen, den voluminösen Wimpern – wovon ich ihr in den 25 Jahren unserer Beauty-Liaison sicherlich einige Kilometer geklebt habe –, dem ungewöhnlich geschnittenen großen Mund, war es verhältnismäßig einfach, ein Make-up zu kreieren. Sie ließ sich gern beraten, aber manchmal griff sie auch selbst zu Pinsel und Stift. Ungeschminkt habe ich allerdings des Öfteren scherzhaft „Ida Putenschlund“ zu ihr gesagt. Darüber konnte sie herzlich lachen, und unser gemeinsamer Humor war es auch, der uns immer zusammengehalten hat. Oft sagte sie zu mir: „Deine äußere Hilfe ist auch eine innere.“ So ging es zwischen uns nicht nur um die fundamentale Frage jeder Frau „Wie sehe ich aus?“, sondern um eine wahlverwandtschaftliche Beziehung mit vielen unvergessenen Begegnungen, Briefen, Telefonaten und Gesprächen.

Am Sonntag, 27. Dezember 2015, um 17 Uhr liest René Koch aus ihren Briefen an ihn und erzählt Geschichten, zum Beispiel, als Hilde Knef vom Affen gebissen wurde. Zu besichtigen sind auch ihr Bühnenkleid, Wimpern, Briefe und vieles andere. Die Lesung findet statt im Schwulen Museum, Lützowstraße 73 in Schöneberg. Der Eintritt kostet zehn Euro. Infos unter  69 59 90 50.
Autor:

Manuela Frey aus Charlottenburg

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