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Wie wohnt es sich im Quartier? Bezirk befragt 6100 Bürger zum Kurfürstenkiez

Bürgermeister Stephan von Dassel will wissen, wie die Anwohner des Kurfürstenkiezes ihre Gegend wahrnehmen.
Bürgermeister Stephan von Dassel will wissen, wie die Anwohner des Kurfürstenkiezes ihre Gegend wahrnehmen. (Foto: Karen Noetzel)

Im Büro des Bürgermeisters stapeln sich 28 gelbe Kisten, darin Fragebögen, die in diesen Tagen in Briefumschläge gesteckt und an 6 100 Bürger ab 16 Jahre verschickt werden.

Mittes Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) will ein aussagekräftiges Stimmungsbild aus dem Kurfürstenkiez haben. Das Quartier ist bekannt für Berlins größten Straßenstrich mit all seinen negativen Begleiterscheinungen.

„Befragungen sind nie verkehrt, wenn wir etwas für ein Viertel tun wollen“, sagt von Dassel. Die Befragten, von denen selbstverständlich möglichst viele an der Umfrage teilnehmen sollen, wohnen rund um den Magdeburger Platz, in der Kurfürsten-, Dennewitz- und Flotwellstraße, am Schöneberger Ufer und in der zu Tiergarten gehörigen Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße.

Zweiter Anlauf

Nach den Worten des Rathauschefs von Mitte werden die Erkenntnisse aus der Anwohnerbefragung Grundlage für die Erarbeitung eines Konzepts für ein „Platzmanagement“ im Kurfürstenkiez sein. 100 000 Euro stünden dafür bereit, so von Dassel. Aber ein Konzept gebe es noch nicht. Nach einer wenig ergiebigen Befragung im Jahr 2012 erhofft sich der Bürgermeister von der aktuellen eine bessere Ausgangsposition, um Wünsche und Anregungen der Bürger umsetzen zu können. Nach der letzten sei nur eines realisiert worden: die Einzäunung der Grünfläche auf dem Magdeburger Platz.

Den vierseitigen Fragebogen hat Matthias Döring nach dem Multiple-Choice-Verfahren erarbeitet. Döring ist Dozent am Lehrstuhl für Public und Nonprofit Management der Universität Potsdam. Gefragt wird unter anderem nach Gründen für einen möglichen Wegzug, Störfaktoren in der Nachbarschaft, die Bedeutung von Maßnahmen, die das Bezirksamt ergreifen kann, nach der Zufriedenheit mit der Bezirksverwaltung, nach Zustimmung oder Ablehnung bei Vorurteilen über die öffentliche Verwaltung und zur Straßenprostitution.

Bis Ende Februar erwartet Bürgermeister von Dassel ein Ergebnis. „Die Fragebögen werden elektronisch ausgewertet“, sagte er. Im März ist geplant, die Ergebnisse zu veröffentlichen.

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