Für ein gutes Miteinander
Tempelhof-Schönebergs Bürgermeisterin Angelika Schöttler besuchte den Frauentreff „Olga“

Diskutierten über „Nachbarschaft im Kurfürstenkiez“: Koordinatorin des Quartiersmanagements Schöneberger Norden, Corinna Lippert, Referentin Sarah Stöckigt, Bürgermeisterin Angelika Schöttler, „Olga“-Leiterin Monika Nürnberger und Sozialarbeiterin Lilli Böwe.
  • Diskutierten über „Nachbarschaft im Kurfürstenkiez“: Koordinatorin des Quartiersmanagements Schöneberger Norden, Corinna Lippert, Referentin Sarah Stöckigt, Bürgermeisterin Angelika Schöttler, „Olga“-Leiterin Monika Nürnberger und Sozialarbeiterin Lilli Böwe.
  • Foto: Foto: BA Tempelhof-Schöneberg
  • hochgeladen von Karen Noetzel

Im Oktober hat Tempelhof-Schönebergs Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) einen Ausflug in den Nachbarbezirk Mitte unternommen. Sie besuchte den Frauentreff „Olga“ des Drogennotdienstes in Tiergarten.

Tempelhof-Schöneberg hat für alle zwölf Berliner Bezirke die Umsetzung des novellierten Prostitutiertenschutzgesetzes in der Bundeshauptstadt übernommen. Alle Personen, die in Berlin dem horizontalen Gewerbe nachgehen, müssen ihre Tätigkeit bei der zuständigen Stelle namens „Probea“ im Rathaus Schöneberg anmelden. Zudem sind sie verpflichtet, sich gesundheitlich beraten zu lassen.

Der Frauentreff „Olga“ befindet sich in der Kurfürstenstraße 40. Der dortige Straßenstrich betrifft beide Bezirke – sowohl Mitte als auch Tempelhof-Schöneberg. Seit über einem Jahr setzt „Olga“ das Projekt „Nachbarschaft im Kurfürstenkiez“ um. Ziel ist ein ausgeglichenes Miteinander von Frauen aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien oder vom Balkan, die billigen Sex anbieten, und Anwohnern sowie Einrichtungen vor Ort. Tempelhof-Schönebergs Bürgermeisterin Angelika Schöttler, ihre Partei, die SPD, Linke und Grüne setzen auf eine soziale Verträglichkeit im Kurfürstenkiez, in dem gegenwärtig viele Eigentumswohnungen gebaut worden sind oder noch gebaut werden.

Also wird versucht, zwischen den jeweiligen Interessen und Bedürfnissen zu vermitteln, für gegenseitiges Verständnis zu werben und akute Probleme rasch zu lösen. Damit schließe „Nachbarschaft im Kurfürstenkiez“ an mehrere Vorgängerprojekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Kurfürstenkiez an, mit denen seit vielen Jahren an der Sozialverträglichkeit im Quartier gearbeitet werde, sagt Sarah Stöckigt, Referentin für Sexarbeit im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg.

„Nachbarschaft im Kurfürstenkiez“ ist eingebunden in ein ressort- und bezirksübergreifendes Netzwerk nachbarschaftlicher, sozialer und bezirklicher Einrichtungen im Quartier. Finanziert wird es aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“. Im Verlauf der Diskussionsrunde mit Bürgermeisterin Schöttler kündigte „Olga“-Leiterin Monika Nürnberger erste Fortbildungen für Kinder-, Jugendhilfe- und Familieneinrichtungen im Kiez an. Thema: der Umgang mit Prostitution.

Desgleichen haben sich die Prostituierten einzubringen. Streetworker „sensibilisieren“ sie für die Bedürfnisse der Anwohner. Dazu gehört das Aufbringen von Piktogrammen, die gemeinsam mit den Sexarbeiterinnen entwickelt und auf dem Gehweg vor Kitas oder Jugendeinrichtungen aufgebracht werden. In diesen „besonders schützenswerten Bereichen“ dürfen die Prostituierten zu gewissen Zeiten ihre Dienste nicht anbieten.

Das Fazit von Bürgermeisterin Angelika Schöttler nach ihrem Besuch: „Das Projekt sorgt jetzt schon für eine bessere Vernetzung und Kommunikation. Solche konkreten Maßnahmen sind die Basis für ein gutes Miteinander im Quartier.“

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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