Trauerkarten
Darauf ist zu achten - Lebensende im Berliner Pflegeheim

Ihre Mutter, Ihr Vater oder ein anderer Angehöriger lebt seit einiger Zeit im Pflegeheim. Der Umzug war notwendig geworden, weil die Kräfte
nachgelassen hatten. Sie wünschen dem Angehörigen, dass er sich in seinem neuen Zuhause wohlfühlt. Dennoch werden unvermeidlich auch
Gedanken daran aufkommen, was geschehen soll, wenn sein Gesundheitszustand sich lebensbedrohlich verschlechtert.

Immer öfter sprechen Heime diese Fragen vonsich aus an, um bei Bedarf im Sinne des Heimbewohners handeln zu können. Doch auch Sie als Familienmitglied können die Initiative ergreifen und viele Fragen bereits im Vorfeld klären. Viele Personen sind involviert, wenn es um Entscheidungen der medizinischen Behandlung geht: der Bewohner selbst bzw. sein gesetzlicher Vertreter, das Pflegepersonal, der behandelnde Hausarzt und der im Krisenfall herbeigerufene Not- oder Bereitschaftsarzt.

Insbesondere wenn sich die Person generelloder aufgrund einer Krisensituation nicht selbst äußern kann, sind die verschiedenen Akteure auf verlässliche und zugängliche Informationen angewiesen. Nur so können Pflegepersonal und behandelnde Ärzte die Wünsche des Bewohners berücksichtigen, wie zum Beispiel den Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen.

Patientenverfügung/Vollmachten/Betreuungsverfügung

Sehr hilfreich ist es, die Wünsche Ihres Angehörigen in Bezug auf lebensverlängernde Maßnahmen (zum Beispiel künstliche Ernährung oder künstliche Beatmung) in Form einer Patientenverfügung schriftlich festzuhalten. Informationen dazu und bereits vorformulierte Patientenverfügungen als Muster finden Sie ingroßer Zahl im Internet.

Wir empfehlen, gemeinsam mit Ihrem Angehörigen und dessen Hausarzt über die Wünscheund deren Auswirkungen zu sprechen, diese anschließend schriftlich festzuhalten und Kopien davon im Pflegeheim, bei Ihnen und eventuell beim Hausarzt zu hinterlegen. Überprüfen Sie regelmäßig, ob die Patientenverfügung noch mit den aktuellen Wünschen und der gesundheitlichen Verfassung des Angehörigen übereinstimmt.

Sinnvoll ist es, mit Ihrem Angehörigen zu besprechen, wer seine Interessen vertreten soll,wenn er selbst nicht mehr in der Lage sein sollte, sich um seine Belange zu kümmern und Entscheidungen zu treffen. Eine Vorsorgevollmacht ist hier empfehlenswert. Von Vorteil (und für einige Entscheidungen notwendig) kann es ein, wenn diese von einem Notar beurkundet wird.

Notfallplan

Wenn der Gesundheitszustand des Heimbewohners sich in kurzer Zeit bedrohlich verschlechtert, muss schnell über mögliche medizinische Maßnahmen entschieden werden.Um den Wünschen des Bewohners Geltung zu verschaffen, ist ein Notfallplan außerordentlich hilfreich:

• Pflegekräfte wissen so auf einen Blick, wensie benachrichtigen müssen und können Bedarfsmedikation verabreichen.

• Ein herbeigerufener Not- oder Bereitschaftsarzt kann sich schnell einen Überblick verschaffen.

• Die Unterschrift des Bewohners bzw. seinesgesetzlichen Betreuers zeigt die Verbindlichkeit des Dokuments und gibt damit vor allem
dann Sicherheit, wenn mögliche lebensverlängernde Maßnahmen unterlassen werden sollen.

Welche Elemente ein Notfallplan enthalten sollte, zeigt Ihnen das fiktive Beispiel auf der letzten Seite dieses Leitfadens.Wichtig ist, dass alle Beteiligten von der Existenz des Notfallplanes wissen. Häufig ist im Heim bereits einheitlich geregelt, wo solche Dokumente zu finden sind. Ist dies nicht der Fall, sollte der Notfallplan gut sichtbar im Zimmer des Bewohners angebracht werden. Der Notfallplan muss regelmäßig überprüft und gegebenenfalls
aktualisiert werden.

Bestattungsvorsorge

Wissen Sie, welche Gedanken, Wünsche undErwartungen Ihr Angehöriger in Bezug auf seine Bestattung hat? Scheuen Sie sich nicht, den Heimbewohner darauf anzusprechen. Machen Sie deutlich, dass Sie ihm noch ein langes und unbeschwertes Leben wünschen, es Ihnen jedoch wichtig ist, zukünftig in seinem Sinne handeln zu können. Gerade ältere Menschen sindhäufig dankbar, wenn sie spüren, dass ihr Gegenüber offen für ein Gespräch über Tod und Sterben ist.

Sterbebegleitung

Heimbewohner mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden oder schon weit fortgeschrittenen Erkrankung mit einer zugleich begrenzten Lebenserwartung benötigen meist eine besonders aufwendige Versorgung. Häufig übersteigt dies die Möglichkeiten von Pflegepersonal und Angehörigen. In diesem Fall haben sie Anspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Sprechen Sie gegebenenfalls mit der Heimleitung und nehmen Sie mit einem ambulanten Hospizdienst Kontakt auf. Das erleichtert im Anschluss die gesamte Organisation der Beisetzung einschließlich Gestaltung der Trauerkarten.

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