Gedenktafel am Landhaus Oppenheim enthüllt

Die Gedenktafel soll an die kulturelle Glanzzeit im Landhaus Oppenheim erinnern.
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  • Foto: wikicomons
  • hochgeladen von Ulrike Martin

Wannsee. Am Landhaus Oppenheim, Am Heckeshorn 38, hängt eine neue Gedenktafel. Sie erinnert an Margarete und Franz Oppenheim. Das Land Berlin ehrt damit eine großbürgerliche Familie und deren Landhaus, das in der NS-Zeit von den Nationalsozialisten missbraucht und zweckentfremdet wurde.

Der Großindustrielle Franz Oppenheim (1852-1929) errichtete das Haus nach Plänen des Architekten Alfred Messel, dessen bekanntestes Gebäude das 1906 fertig gestellte Kaufhaus Wertheim am Leipziger Platz war. Mit seiner zweiten Frau Margarete (1857-1935), einer bedeutenden Sammlerin moderner Kunst, führte Oppenheim einen großbürgerlichen Salon. Gemälde von Paul Cézanne, Vincent van Gogh und Éduard Manet gehörten zur Ausstattung des Hauses. Dort verkehrten unter anderem der Maler Max Liebermann und der Physiker Albert Einstein.

Der NS-Staat enteignete die Erben aus Oppenheims erster Ehe und zweckentfremdete das Haus. 1938 besetzte der Geheimdienst der SS, der so genannte Sicherheitsdienst des Reichsführers SS, das Anwesen. Unter dem Tarnnamen „Institut für Altersforschung“ betrieb er im Landhaus Oppenheim ein geheimes Ostforschungsinstitut, das so genannte „Wannsee-Institut“. Dort wurden Berichte über die Politik und Wirtschaft der Sowjetunion verfasst. Während des Krieges erstellte das Institut Gutachten, die der Beherrschung des „Ostraumes“ dienen sollte.

Nach 1945 diente das Landhaus als Reservelazarett, später wurde es vom Krankenhaus Wannsee übernommen. In den 1970er-Jahren überschrieb das Land Berlin das Gebäude der benachbarten Wannsee-Schule. Später befand sich dort ein Drogentherapiezentrum. 1983 wurde das Haus in die Berliner Denkmalliste aufgenommen. Seit 2013 nutzt die Internationale Montessorischule das Landhaus Oppenheim.

Die Gedenktafel soll an die Glanzzeit des Gebäudes erinnern und die Aufrechterhaltung von kultureller, gesellschaftlicher und religiöser Vielfalt anmahnen. uma

Autor:

Ulrike Martin aus Zehlendorf

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