Damit sich Bäume gut entwickeln
Die Sicherheit geht vor – Baumfällungen im Landschaftspark Wartenberg

Der Landschaftspark Wartenberg beginnt gleich hinter dem Hagenower Ring.
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Bevor am 1. März die Schutzzeit für brütende Vögel beginnt, stehen in Stadt und Land Baumfällungen an. Vielerorts wird gerodet, um Platz für Bauvorhaben zu schaffen, bisweilen dienen die Arbeiten aber auch Pflegezwecken und der Verkehrssicherheit. Das ist aktuell im Landschaftspark Wartenberg der Fall.

Der Landschaftspark liegt im Norden des Bezirks auf der sogenannten Barnimhochfläche und umfasst etwa 250 Hektar. Bis ins Jahr 1968 diente das Areal überwiegend als Rieselfeld, anschließend wurde das Gebiet intensiv gartenbaulich genutzt. In den 1990er-Jahren beschloss das damalige Bezirksamt, nördlich des Hechtgrabens – zwischen Malchow und Wartenberg – einen Landschaftspark als Erholungsgebiet zu entwickeln. Das war nicht zuletzt notwendig, um einen Ausgleich für die Großsiedlung Neu-Hohenschönhausen zu schaffen und deren Bewohnern ein Stück Natur fast vor der Haustür zu bieten.

Gefahr nach 15 Jahren

In die zunächst noch kahlen Äcker wurden hauptsächlich Vorwaldbaumarten gesetzt, also Birken, Weiden und Pappeln. Ein lichter, schnell wachsender Wald sollte entstehen. Der muss nun aber von Zeit zu Zeit zurückgeschnitten werden. Vor allem, um die Sicherheit der Spaziergänger zu gewährleisten, lässt das Lichtenberger Umweltamt aktuell auf einem etwa 50 Hektar großen Areal des Landschaftsparks viele der seit 15 Jahren rasch in die Höhe geschossenen und mittlerweile brüchigen Gehölze entfernen.

Ziel ist es aber auch, dass sich dadurch die langsamer wachsenden Bäume freier entfalten können. „Die Pflegearbeiten sind notwendig, weil auch weiterhin die Sicherheit der Erholungssuchenden, die sich abseits der Wege aufhalten, garantiert sein muss“, erklärt der für Lichtenbergs Grünflächen zuständige Stadtrat Wilfried Nünthel (CDU). „Durch die Rodung der schnell wachsenden Bäume bekommen nun auch die langsam wachsenden Arten eine Chance, sich gesund und stabil zu entwickeln.“

Grundlage für einen gesunden Mischwald

Die Entscheidung fürs groß angelegte Fällen im Landschaftspark stützt sich außerdem auf das Konzept „Wald 2000“. Es strebt eine Vielfalt unterschiedlicher Baumarten und weniger einen wirtschaftlich ausgerichteten Nutzwald an. Ergänzend zu den Pflegearbeiten werden daher Gehölze angepflanzt, die zum Standort passen. Alle Maßnahmen betreut das Umwelt- und Naturschutzamt Lichtenberg. Die beauftragte Firma begutachtet zunächst das Gesamtgebiet und entscheidet im Zuge der Arbeiten, wo gerodet, geschnitten und neu gepflanzt werden muss. Denn wenn sie schnell wachsende Jungbäume entfernen, können die Fachleute erst anschließend einschätzen, ob ein daneben stehender, älterer Baum bruchgefährdet, stark beschädigt oder altersschwach ist und gleich mit gerodet werden muss.

Autor:

Berit Müller aus Lichtenberg

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