So riecht die Müllerstraße
Ausstellung mit olfaktorischen Geschichten in der Galerie Wedding

Die Künstlerin und Chemikerin Sissel Tolaas hat an den 22 einstigen Mühlen-Standortenain der Müllerstraße den Geruch konserviert. Windmessgeräte übertragen Daten an Ventilatoren in der Ausstellung, die den jeweiligen Wedding-Geruch in die Galerie blasen.
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  • Die Künstlerin und Chemikerin Sissel Tolaas hat an den 22 einstigen Mühlen-Standortenain der Müllerstraße den Geruch konserviert. Windmessgeräte übertragen Daten an Ventilatoren in der Ausstellung, die den jeweiligen Wedding-Geruch in die Galerie blasen.
  • Foto: Raisa Galofre
  • hochgeladen von Dirk Jericho

„22“ heißt die neue Ausstellung in der kommunalen Galerie Wedding im Rathausaltbau in der Müllerstraße 146/147, die bis 1. Juni zu riechen ist.

Wie riecht die Müllerstraße? In der neuen Ausstellung in der Galerie Wedding soll es darauf Antworten geben. Die aus Norwegen stammende und in Berlin lebende Geruchsforscherin, Künstlerin und Chemikerin Sissel Tolaas hat ihre Nase hingehalten und „den Duft der Berliner Müllerstraße im Stadtteil Wedding ermittelt“, heißt es in der Einladung.

Sissel Tolaas kartographiert und archiviert Gerüche auf der ganzen Welt. Sie hat bislang 52 Geruchsprofile von internationalen Metropolen erstellt und erforscht darüber hinaus die Geruchslandschaften von Küsten und Ozeanen.

In der Ausstellung „22“ erzählt Sissel Tolaas „die unsichtbaren, olfaktorischen Geschichten der lebendigen und sich ständig im Wandel befindenden Müllerstraße. Die präsentierte Geruchslandschaft geht über das Hier und Jetzt der Hauptstraße hinaus und erlaubt das Eintauchen in die diversen Gerüche und Schichten ihrer Vergangenheit“, vermeldet das Kulturamt.

Die Gerüche werden „durch Wind aktiviert“. Das soll auf die Windmühlen verweisen, die einst die Müllerstraße säumten. 22 waren es, die sich entlang der Müllerstraße im 18. und 19. Jahrhundert drehten und der heutigen Hauptverkehrsachse ihren Namen gaben. Deshalb nennt Tolaas ihre Ausstellung „22“.

Im Zuge der Industrialisierung begannen sich größere Unternehmen wie der Pharmakonzern Schering an der Müllerstraße niederzulassen. Zuvor hatte sich eine linke Arbeiterschaft angesiedelt, die den Bezirk mit seiner kulturellen Vielfalt bis heute prägt. Die in Wedding lebende Autorin Lauren van Vuuren hat die Erforschung der Müllerstraße aus literarischer Perspektive begleitet, und ihre Doku-Fiktion-Texte sind ebenfalls in der Ausstellung zu finden. Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Schering Stiftung entstanden. Dort hat bereits der zweite Teil der Ausstellung eröffnet. Während die Galerie Wedding den Fokus auf die künstlerischen Arbeit von Tolaas legt, richtet die Schering Stiftung ihre Aufmerksamkeit auf Tolaas als Chemikerin. Eine Art Chemielabor erlaubt den Einblick in ihre wissenschaftliche Arbeit.

Am 27. April gibt es um 14.30 Uhr eine kuratorische Führung mit Solvej Ovesen und Christina Landbrecht. Los geht's in der Galerie Wedding; um 15.30 Uhr beginnt der Rundgang in der Schering Stiftung Unter den Linden 32.

Weitere Informationen und Termine zum Begleitprogramm unter www.galeriewedding.de. Die Galerie Wedding hat dienstags bis sonnabends von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Die Künstlerin und Chemikerin Sissel Tolaas hat an den 22 einstigen Mühlen-Standortenain der Müllerstraße den Geruch konserviert. Windmessgeräte übertragen Daten an Ventilatoren in der Ausstellung, die den jeweiligen Wedding-Geruch in die Galerie blasen.
In der Schering Stiftung ist ein Chemielabor aufgebaut, in dem Sissel Tolaas Einblick in ihre wissenschaftliche Arbeit gibt.

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