Musizieren macht Mut
73 Weißenseer Instrumentalisten und Sänger beteiligten sich an ungewöhnlichem Online-Projekt

Insgesamt 73 Weißenseer sangen und spielten gemeinsam ein Lied ein, ohne dass sie sich dazu persönlich trafen.
  • Insgesamt 73 Weißenseer sangen und spielten gemeinsam ein Lied ein, ohne dass sie sich dazu persönlich trafen.
  • Foto: Collage Uwe Scholz
  • hochgeladen von Bernd Wähner

Die Ergebnisse eines ungewöhnlichen Musikprojektes sind ab sofort auf wegeweissensee.de zu hören und zu sehen. Die Idee für dieses musikalische Online-Projekt hatten Mitte März die Musikschullehrerin Stephanie Thunert und Uwe Scholz.

Weißenseer sollten via Internet in einem großen Ensemble gemeinsam musizieren. Instrumental- und Singstimmen wurden dafür von den Ensemblemitgliedern daheim aufgezeichnet. In einem Studio wurde das Ganze dann zusammengemischt. Die ersten Einladungen dazu verschickten die Initiatoren Anfang April per E-Mail. Zwei Wochen später gab es 73 Ensemblemitglieder. Uwe Scholz übernahm die Leitung des Projektes. Die Teilnehmer sandten nach und nach ihre Beiträge ein. Das Bemerkenswerte ist, dass Weißenseer aller Altersgruppen ab sechs Jahre vertreten waren. Eingespielt und gesungen wurde das Lied „Möge die Straße uns zusammenführen, ein nicht nur unter Christen sehr bekanntes Lied, das 1988 von Markus Pytlik nach dem Vorbild irischer Segenswünsche vertont wurde. Für das Ensemble wurde es von Stephanie Thunert arrangiert und im Laufe des Projekts von vielen Mitwirkenden spielerisch weiterentwickelt.

Die Teilnehmer konnten speziell angefertigte Aufnahmen hören und haben dann jeweils ihre eigenen Stimmen dazu gespielt oder gesungen. Präsentiert wird das entstandene musikalische Gemeinschaftswerk als vierminütiges Video, in dem zwei Arrangements des Lieder zu hören sind. In diesem Video sind Weißenseer Impressionen zu sehen, die Uwe Scholz fotografierte. Es sind Bilder aus der Zeit der Abstandsgebote und Schließung von Bildungs- und Kultureinrichtungen, aber auch Fotos, die Weißensee noch voller Menschen zeigen.

„Viele haben berichtet, dass sie beim Aufnehmen sehr viel Spaß hatten“, sagt Stephanie Thunert. „Das vorgegebene Arrangement wurde von den Leuten zu Hause sehr kreativ weiterentwickelt. Insgesamt wurden mehr als 100 Instrumentalstimmen und 34 Gesangsstimmen eingesendet. In diesen schwierigen Zeiten war es eine berührende Erfahrung, mit so vielen musikliebenden Menschen aus der Weißenseer Nachbarschaft, mit Kindern und Erwachsene, Laien und Profis eine musikalische Begegnung erleben zu können.“ Und Uwe Scholz ergänzt: „Für viele Menschen hat die Pandemie schwerwiegende, teils schlimme Konsequenzen. Trotz alledem ist bei unserem Projekt etwas sehr Schönes entstanden, das ohne die Pandemie wahrscheinlich nie entstanden wäre.“ Die 73 Ensemblemitglieder hoffen jedenfalls, dass sie sich irgendwann einmal zu einem „echten“ Konzert zusammenfinden können.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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