Ein zerstörtes Abwasserrohr verzögerte die Eröffnung des Strandbades Weißensee

Alexander Schüller am Weißen See. Der Geschäftsführer erlebt derzeit turbulente Tage.
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Weißensee. Mit einem Fehlstart in die Saison muss das Team des Strandbades Weißensee klarkommen. Aber nach einer Reihe turbulenter Tage kann nach Stand der Dinge am 19. Mai doch eröffnet werden.

In den vergangenen Wochen waren die Eingangstüren zum Strandbad am Weißen See verschlossen. „Wir hätten schon längst offen haben müssen“, sagt Strandbad-Geschäftsführer Alexander Schüller. „Aber das Bezirksamt musste uns den Betrieb erst einmal untersagen.“ Der Grund dafür ist ein zerstörtes Abwasserrohr. Das wurde auf der Baustelle in der Berliner Allee 173 von einer Baufirma herausgerissen. „Vermutlich ist das bereits im vergangenen November passiert“, sagt Schüller im Gespräch mit dem Reporter. „Nach dem eigentlichen Saisonstart im April mussten wir feststellen, dass es bei uns einen Rückstau von Abwasser in Duschen, Toiletten und Waschbecken gab.“

Der Geschäftsführer ließ sofort die eigenen Rohre von einer Fachfirma prüfen. Aber die konnte nichts feststellen. Dann gab es einen Anwohnerhinweis. Abwässer und Fäkalien landeten in der Baugrube an der Berliner Allee. Dort soll ein neues Wohnhaus entstehen. Nach und nach kam ans Licht: Die Abwasserrohre, die aus dem Strandbad in Richtung Berliner Allee liegen, wurden zerstört und verbogen. Außerdem wurde der sogenannte Übergabeschacht der Berliner Wasserbetriebe beschädigt.

Ohne vernünftige Abwasserversorgung kann das Strandbad mitsamt seiner Gastronomie natürlich nicht betrieben werden. Deshalb musste die zuständige Fachabteilung des Bezirksamtes dem Strandbad die Betriebserlaubnis entziehen. Das war nicht nur für die Betreiber ein Schock. „Wir haben 46 Mitarbeiter in dieser Saison. Die würden gern arbeiten, dürfen aber nicht“, sagt Schüller. „Außerdem haben wir Partner, mit denen wir Termine vereinbarten. Und auch Veranstaltungen haben wir bereits vorbereitet. Das alles kann erst einmal nicht stattfinden.“

Doch wie nun weiter? Das wurde Anfang Mai bei einem Vor-Ort-Termin mit Vertretern der zuständigen Bezirksamtsabteilungen, der Wasserbetriebe und des Bauherren besprochen. Es zeigte sich, dass das Problem nicht so rasch zu klären ist. „Eine dauerhafte Lösung des Abwasserproblems wird es wohl erst in einem Jahr geben“, so Schüller. „Auch ein provisorischer Anschluss wird wohl erst frühestens Ende Juni, Anfang Juli fertig sein. Bis dahin hätten wir bereits enorme Einnahmeverluste.“

Deshalb setzte der Strandbad-Geschäftsführer in den vergangenen Tagen alle Hebel in Bewegung, um in Abstimmung mit dem Bezirksamt noch rascher eine provisorische Lösung hinzubekommen. „Unser Getränkelieferant und eine Brauerei erklärten sich bereit, Getränkewagen zur Verfügung stellen, damit der Gastronomiebetrieb laufen kann“, so Schüller. „Außerdem stellen wir Containertoiletten auf. Das Abwasser kommt in einen Tank, der regelmäßig entleert werden muss.“

Um das alles hinzubekommen, fallen allerdings Kosten an, für die in Vorleistung gegangen werden muss. Doch hier gibt es inzwischen Unterstützung von unterschiedlichen Seiten. Unter anderem stellen die Architekten des Neubaus Mittel zur Verfügung. Die Berliner Bäderbetriebe unterstützen ihren Strandbadpächter, und es gab mehrere Spenden. So können jetzt alle Provisorien installiert werden. Wenn alles wie geplant läuft, findet am Donnerstag die Abnahme durch die Fachabteilung des Bezirksamtes statt. Und danach kann sich die Tür zum Strandbad wieder öffnen. BW

Über den aktuellen Sachstand wird das Team des Strandbades Weißensee mit Aushängen und auf www.binbaden.com informieren.
Alexander Schüller am Weißen See. Der Geschäftsführer erlebt derzeit turbulente Tage.
Aus einem dieser Rohe an der Baugrube soll eigentlich das Abwasser des Strandbades in einen Übergabeschacht der Berliner Wasserbetriebe fließen.
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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