Finanzverwaltung prüft Kauf des Kinderhauses

Werden die Bewohner des Kinderhauses bald obdachlos? Es liegt in der Hand der Abgeordneten. | Foto: Kinderhaus
  • Werden die Bewohner des Kinderhauses bald obdachlos? Es liegt in der Hand der Abgeordneten.
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Westend. 53 Kinder haben in dem Kinderhaus in der Waldschulallee 75 eine liebevolle Betreuung gefunden. Damit kann es zum Ende des Jahres vorbei sein.

Grund sind 580 000 Euro, die für die Sanierung des Gebäudes aufgebracht werden müssen. Diese Kosten kann der Bezirk, dem das Gebäude gehört, nicht tragen. Das denkmalgeschützte Haus wurde 1936 als Ärztehaus für die Olympischen Spiele errichtet. Es ist nahezu in seinem originalen Zustand erhalten, mit der Folge jedoch, dass es stark sanierungsbedürftig ist.Seit Jahren wird das Dach behelfsmäßig gestützt. "Die Statik des Dachstuhls ist jedoch an ihrem bautechnischen Ende und erfordert eine umgehende Sanierung, wenn das Haus über den Sommer 2013 hinaus genutzt werden soll", teilt der Vorstand des Trägervereins mit.

Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Der Verein hat zwar auch keine halbe Million Euro, er könnte jedoch das Haus für einen symbolischen Euro kaufen und auf den Immobilienbesitz eine Grundschuld in der erforderlichen Höhe eintragen lassen. Aus Spenden des Freundeskreises, Basaren und mit entsprechender Finanzplanung könnten zusätzlich Eigenmittel aufgebracht werden. Voraussetzung ist jedoch, dass das Land Grund und Boden an den Verein verkauft. Damit hat der Verein fest gerechnet, denn so lautete die einhellige Empfehlung der verantwortlichen Stadträte, so haben es die Bezirksverordneten beschlossen und so handelte bislang auch der Senat. "Die Handwerker stehen bereit, um mit der Sanierung zu beginnen" sagt die Vorsitzende Claudia Rust, Die Kreditzusage einer Bank liegt vor. Architekten ermitteln derzeit Ausweichquartiere für die Bauzeit.

Jugendstadträtin Elfi Jantzen (B’90/Die Grünen) ist enttäuscht, dass "jetzt plötzlich neue Töne aus der Finanzverwaltung zu hören sind". Auf der Sitzung des Hauptausschusses am 20. Februar soll die bisherige Praxis der Liegenschaftspolitik auf den Prüfstand gestellt werden. Die Eltern, Kinder und Mitarbeiter appellieren an die Abgeordneten, dem Kauf zuzustimmen: "Es besteht keine Gefahr einer Entmietung oder der Veräußerung an einen Investor. Im Kaufvertrag ist eine Nutzung als Kinder- und Jugendeinrichtung festgeschrieben und nichts anderes wollen wir."

Frank Wecker / FW
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Lokalredaktion aus Mitte

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