Noch mehr Schwimmspaß? Nach der Sanierung des Olympiabads stellen sich neue Fragen

Absprung in olympischem Flair: Dieses historische Freibad ist deutschlandweit einmalig.
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Westend. Das Becken ertüchtigt, die Technik auf dem Stand von 2016, nur die Tribünen künden von 1936: Das Olympiabad gehört seit Anfang Juli wieder den Schwimmern. 3,75 Millionen Euro flossen in die historische Sportstätte. Und Staatssekretär Statzkowski sieht Raum für noch mehr Investitionen.

Zeitgleich stürzt sich Turmspringerin Kieu Dong mit zwei Kameraden hinab ins Blaue. Nach dem monatelangen Hämmern an Leitungen, Armaturen und Ventilen erklingt erstmals das Geräusch, das man im Olympiabad jetzt wieder ständig hört: platsch.

Und mit dem Eröffnungssprung der Artisten vom Berliner TSC, erst recht nach einigen Kostproben der Synchronschwimmer vom SC Wedding, ist die Badelust nicht mehr zu bändigen. Von allen Seiten taucht die Besucherschaft ins neue Edelstahlbecken, zieht Bahnen, hüpft von Brettern und Türmen. Dass die Betriebskosten nach der Sanierung um 90 000 Euro im Jahr sinken, ist für das Wohlgefühl an heißen Sommertagen einerlei. Doch für die Kalkulation der Berliner Bäderbetriebe gilt diese Errungenschaft als essenziell. Auch das Vermächtnis der Olympischen Spiele von 1936 muss sich wirtschaftlichen Betrachtungen stellen, als wäre es ein Bad wie jedes andere.

Ganzjahresbad bauen?

„Immerhin sprechen wir heute nicht mehr von der Schließung von Bädern, sondern vom Neubau“, verkündet Sport-Staatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) am Beckenrand die neue Lust am Nass. Und er deutet damit an, dass die Modernisierung der Technik im Schatten des Olympiastadions nicht die letzte Investition war, die hier getätigt wird. 60 Millionen Euro stünden im Lande Berlin bereit, um in näherer Zukunft zwei neue Ganzjahresbäder zu errichten. Das eine entsteht ziemlich sicher in Pankow. „Vielleicht bauen wir das andere auf diesem Gelände“, lässt der Sekretär seinen Gedanken unerwartet freien Lauf.

Ein überdachtes Bad auf dem Gelände als Ergänzung zum offenen, das passt für Statzkowski ins Bild eines aufstrebenden Olympiaparks. Hier habe man erfolgreich die auf Elitesport spezialisierte Poelchau-Schule angesiedelt. Hier konnte man eine große Turnhalle ertüchtigen und den Bau einer zweiten Halle vorbereiten.

Als nächstes dürfen sich Besucher auf eine Erweiterung des Sportmuseums freuen. Und die Errichtung eines neuen Betriebshofs in der „faszinierenden Sportlandschaft“ soll dafür sorgen, „dass noch der ein oder andere Schandfleck verschwindet“.

Was wird aus den Tribünen?

A propos. Wie die Politik den Verfall der Tribünen des Olympiabads stoppen will? „Das ist nach wie vor ein Thema zwischen Senat, Abgeordnetenhaus und dem Denkmalschutz“, versichert Statzkowski. Tatsächlich fällt die Brüchigkeit der Steinstufen links und rechts des makellosen Beckens jetzt umso mehr auf. „Es ist wirklich eines der schönsten Bäder Berlins“, bemerkt Kerstin Hopp, die als eine der ersten Gäste in diesem Sommer abgetaucht war – „aber diese Tribünen – naja.“ tsc

Das Olympiabad am Olympischen Platz 3 ist täglich von 7 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene kostet 5,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.
Autor:

Thomas Schubert aus Charlottenburg

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