Grüner Baustadtrat gibt grünes Licht für Abriß von Wilhelmsaue 17
Vorwärts mit der Zerstörung des historischen Erbes in der Wilhelmsaue!

Wilhelmsaue 17

In der Wilhelmsaue – dem dreiviertel Jahrtausend alten Kern von Wilmersdorf – gibt es kaum noch bauliche Spuren aus der Zeit vor 1900. Übrig sind – abgesehen vom Mittelstreifen als der früheren Dorfaue – gerade mal folgende Bauten:
• aus dem 18. Jahrhundert das Schoelerschlößchen (1765)
und aus dem 19. Jahrhundert
• die bäuerliche Stadtvilla Wilhelmsaue 17 (1875)
• die Vorstadtvilla Wilhelmsaue 31 (1886)
• das Landhaus der Familie Blisse, Wilhelmsaue 120 (1890/91)
• Auenkirche und Pfarrhaus (1895-7) und
• das dreigeschossige Stadthaus Wilhelmsaue 111a (1896-9).
Das sind also noch sechs Gebäude.

Die bisher letzte Zerstörung von Bauspuren aus dem 19. Jahrhundert ermöglichte das Bezirksamt (damals noch Wilmersdorf) 1995, als es den Abriß des zweigeschossigen Hauses eines Büdners an der Ecke von Wilhelmsaue und Mehlitzstraße zuließ – mit dem bekannten Ergebnis.

Nun ist bekannt geworden, daß das Bauamt - aus dem von Bezirksstadtrat Schruoffeneger (Grünpartei) geleiteten Ressort - einen Bauvorbescheid erteilt hat. Das bedeutet: dem Grundstückeigentümer von Wilhelmsaue 17 ist ziemlich verbindlich mitgeteilt worden, daß er das jetzige Gebäude abreißen und dafür ein neues hinstellen darf. Es sind somit vom Bezirk selbst Fakten geschaffen worden, auf die der Bezirk später hinweisen kann mit der Feststellung: Jetzt können wir nichts mehr ändern, sonst Schadenersatz! (siehe Kleingärten Oeynhausen u.a.)

Abgerissen werden soll, wenn es nach dem Stadtrat aus der Grünpartei geht, das älteste Gebäude an der ehemaligen Dorfaue. Dabei sind es gerade solche immer selteneren Bauwerke, die uns heute mit unserer Vergangenheit verbinden und die unserem jeweiligen Umfeld eine besondere Note geben.

Fragen:
• Gibt es in der Abteilung von Bezirksstadtrat Schruoffeneger keine Regelung, daß die Baubehörde zuerst einmal den Denkmalschutz fragen muß? (beide sind in seiner Abteilung angesiedelt)
• Gibt es im ganzen Bezirksamt keine grundsätzliche Regelung, die die Stadträte auf den Schutz von Geschichtszeugnissen festlegt?
• Welche Rolle spielt in einer von einem Grünen geleiteten Behörde grundsätzlich unser historisches Erbe?
• Wie wird die Öffentlichkeit, deren Lebensraum betroffen ist, durch eine von einem Grünen geleitete Behörde einbezogen (Transparenz, Mitwirkung)?
• Wird Bezirksstadtrat Schruoffeneger jetzt jegliche Kritik mit der bekannten Feststellung zurückweisen, er hätte genehmigen müssen?

Wer dem Bezirksstadtrat dazu seine Meinung sagen will, kann es per Email tun: schruoffeneger@charlottenburg-wilmersdorf.de. Auch zusätzlich dem Bezirksbürgermeister (SPD): naumann@charlottenburg-wilmersdorf.

Autor:

Michael Roeder aus Wilmersdorf

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