Cecilien-Schule erhält „Das Rote Tuch“

Voller Empathie zeigten sich die Cecilien-Streicher und die anderen Schüler zum Gedenken an den Beginn der antisemitischen Pogrome des NS-Regimes auf dem Nikolsburger Platz.
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  • Voller Empathie zeigten sich die Cecilien-Streicher und die anderen Schüler zum Gedenken an den Beginn der antisemitischen Pogrome des NS-Regimes auf dem Nikolsburger Platz.
  • Foto: Cecilien-Schule
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Die Cecilien-Schule wird in diesem Jahr mit dem Jugendmedienpreis „Das Rote Tuch“ ausgezeichnet. Seit Jahren stellt sich die Grundschule am Nikolsburger Platz mit einer Vielzahl von Projekten öffentlichkeitswirksam gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und antidemokratische Strömungen.

Bereits zum 30. Mal verleiht die SPD Charlottenburg-Wilmersdorf diesen Preis, der mit 2500 Euro dotiert ist. „Mit ihrer Arbeit ist die Cecilien-Schule ein Vorbild für andere Bildungseinrichtungen in Berlin und ganz Deutschland“, betont Franziska Becker, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, und Vorsitzende der Jury. „Rechtsextremismus und antidemokratische Tendenzen treten in der Jugend leider wieder häufiger auf. Die Grundschule leistet mit ihrer Gedenkarbeit einen wichtigen Beitrag, dass junge Menschen über die Ursachen dafür aufgeklärt werden.“

Vielfältig aktiv

Mehr als 400 Schüler aus 53 Ländern besuchen die Cecilien-Schule aktuell. Zu den Aktivitäten gehören unter anderem Patenschaften für elf Stolpersteine, interkulturelle Projekttage sowie „Feste der Vielfalt“, bei denen die Herkunft der Grundschulkinder thematisiert wird. Weiterer Meilenstein der Gedenkarbeit: Anlässlich der Veranstaltung „denk!mal“ organisierte die Schule im Abgeordnetenhaus eine Ausstellung, um das Leben einer jüdischen Familie während des Nazi-Regimes zu beleuchten.

Schulleiterin Doris Sarstedt freute sich über die Auszeichnung, die durchaus gerechtfertigt sei. Sie kann das sagen, ohne in den Verdacht übermäßigen Eigenlobs zu geraten, erst seit diesem Schuljahr ist sie im Amt. „Auf den Weg gebracht hat das außergewöhnliche Konzept meine Vorgängerin Marianne Könnecke und jetzt führen wir es gerne weiter. Es ist wichtig, das Thema virulent zu halten.“ Begonnen habe alles mit der Patenschaft für die Stolpersteine im Kiez, die mit Schulklassen besucht werden, um kindgerecht an die Schicksale der Opfer des Nazi-Regimes heranzuführen. „An unserer Schule sind viele Flüchtlingskinder, die zum Teil selbst sehr unschöne Erfahrungen mit Vertreibung machen mussten. Unsere Arbeit ist auch eine Geste der Willkommenskultur.“ Ihre Schüler sieht Sarstedt sich sehr ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzen. „Zum Gedenktag an die Reichspogromnacht am 9. November spielten unsere Cecilien-Streicher. In den Gesichtern der Kinder war zu sehen, dass sie sich der Tragweite des Ereignisses bewusst waren. Sehr beeindruckend.“

„Das Rote Tuch“ nimmt die Cecilien-Schule am Sonnabend, 3. März, in Empfang. Als Laudatorin wird Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, erwartet.

Voller Empathie zeigten sich die Cecilien-Streicher und die anderen Schüler zum Gedenken an den Beginn der antisemitischen Pogrome des NS-Regimes auf dem Nikolsburger Platz.
Kindgerecht erinnern, Gedenken bewahren. Cecilien-Schüler legten am 9. November weiße Rosen auf die Stolpersteine, für die sie die Patenschaft übernommen haben.
Autor:

Matthias Vogel aus Charlottenburg

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