Heißes Pflaster für Fußgänger
Neue BI fordert Verkehrsberuhigung der Konstanzer Straße

Das Queren der Konstanzer Straße zwischen der Kreuzung mit der Brandenburgischen Straße und dem Olivaer Platz gestaltet sich für Fußgänger als lebensgefährlicher Spießrutenlauf.
  • Das Queren der Konstanzer Straße zwischen der Kreuzung mit der Brandenburgischen Straße und dem Olivaer Platz gestaltet sich für Fußgänger als lebensgefährlicher Spießrutenlauf.
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Besorgte Anwohner fordern, den Abschnitt der Konstanzer Straße zwischen der Kreuzung am Preußenpark und dem Olivaer Platz zur verkehrsberuhigten Zone zu machen. Für sie ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Fußgänger beim Queren der Straße überfahren wird.

„Lebenswerte Konstanzer Straße“ heißt die Initiative, die diese Forderung durchsetzen will. Die Konstanzer Straße hat im betreffenden Abschnitt keine Fußgängerampel oder Zebrastreifen, ist vierspurig und hat keinen Mittelstreifen. Morgens gegen 9 Uhr reichen zwei Minuten an der Kreuzung mit der Wittelsbacher Straße, um die Sorgen zu verstehen: Eine Seniorin überquert die ersten beiden Spuren, muss dann wegen des heranbrausenden Gegenverkehrs warten. Beim Rest der Etappe überschätzt sie den Abstand zum nächsten Auto. Sie schafft es unbeschadet, erntet aber Gehupe des Fahrers. „Das passiert hier andauernd. Und ich will nicht Zeuge eines schrecklichen Unfalls werden“, sagt eine Anwohnerin, die mit zwei Nachbarn zum Treffen gekommen ist. Das Trio hat die Initiative gegründet. Namentlich genannt werden will es nicht, es fürchtet, angefeindet zu werden. Etwa von denen, die das Relikt der autogerechten Stadt – die Konstanzer Straße wurde als Abführung des Autobahnverkehrs sehr breit angelegt – gerade nachts als Rennstrecke nutzen. „Nachts ist hier Tempo 30“, sagt der männliche Initiator der Gruppe und zeigt auf das Schild. „Da hält sich aber nun wirklich niemand dran.“

Fußgänger leben also gefährlich, Radfahrer aber auch. Es gibt keinen Radweg, die Anwohner nehmen deshalb lieber einen Umweg über die kleineren Straßen in zweiter Reihe in Kauf, wenn sie etwa an den Ku’damm wollen. Der Fußweg sei in Relation zur Straßenbreite unverhältnismäßig schmal, Flanieren mache keinen Spaß. Die Initiative fordert deshalb eine Veränderung des Abschnitts. Im Einzelnen einen grünen Mittelstreifen, der ein Überqueren der Straße einfacher und sicherer macht und die Straße optisch aufwertet; die Reduzierung von vier auf zwei Fahrspuren; einen beidseitigen Radweg, wie er durch das neue Berliner Mobilitätsgesetz für die Konstanzer Straße auch vorgeschrieben sei; eine dauerhafte Tempo-30-Zone sowie Geschwindigkeitskontrollen, am besten durch eine Ampelblitzanlage wie an der Osloer Straße.

Ihr Anliegen hat die Initiative bislang der Verkehrslenkung geschrieben, die verwies an das Bezirksamt. Der Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Bündnis 90/Grüne) sagte auf Nachfrage der Berliner Woche: „Wir haben ja im Sommer zusammen mit dem ADFC eine Art Problemrundfahrt gemacht und festgestellt, dass genau in diesem Abschnitt unbedingt etwas passieren muss. Wird es wohl auch, allerdings sicher nicht im kommenden Jahr.“ Derzeit entwerfe die Senatsverwaltung einen Plan für das gesamtstädtische Radwegenetz. „Ich denke, im kommenden Frühjahr ist es fertig. In welcher Reihenfolge es dann umgesetzt wird, kann man jetzt noch nicht sagen“, so Schruoffeneger. Die Unfallträchtigkeit in der Konstanzer Straße sei sicher hoch. „Allerdings gibt es eben noch weitere 150 Straßen in Berlin, auf denen es genauso ist.“ Tatsächlich sei im neuen Mobilitätsgesetz verankert, dass Hauptstraßen mit jeweils einem zwei Meter breiten Fahrradweg in jede Fahrtrichtung auszustatten sind. „Es muss dann eben geklärt werden, ob die Konstanzer Straße eine Hauptstraße ist. Aus verkehrlicher Sicht ist sie es sicher“, so der Baustadtrat.

Autor:

Matthias Vogel aus Charlottenburg

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