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Der Wittenauer SC Concordia spielt bis dato eine starke Saison

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Mohammed Mustafa Acar (rechts) und der Wittenauer SC haben sich nach dem 2:1-Erfolg bei Hilaspor endgültig in der Spitzengruppe der Landesliga festgesetzt.
Mohammed Mustafa Acar (rechts) und der Wittenauer SC haben sich nach dem 2:1-Erfolg bei Hilaspor endgültig in der Spitzengruppe der Landesliga festgesetzt. (Foto: Michael Nittel)

Der Wittenauer SC Concordia hat sich durch den 2:1-Erfolg im Spitzenspiel der Fußball-Landesliga bei Hilalspor in Kreuzberg endgültig in der Spitzengruppe der Tabelle festgesetzt. Doch an einen Aufstieg in die Berlin-Liga verschwendet man in Wittenau auch nach dem elften von 30 Spieltagen keinen ernsthaften Gedanken.

„Ja, wir machen so unsere Späße – und das Ganze mit sehr viel Selbstironie“, verrät der 1. Vorsitzende Holger Seidel. „Wir freuen uns natürlich riesig, dass wir Mannschaften wie Hilalspor nicht nur ärgern, sondern auch schlagen können. Und der dritte Tabellenplatz ist wirklich großartig. Aber wir wissen sehr gut, wo wir herkommen und was wir zu leisten im Stande sind.“

Seidel lobt die Arbeit der Trainer Karsten Steffan und Ronny Hübner und das Engagement der gesamten Mannschaft. Jedoch: „Man muss ehrlich sein und attestieren, dass viele Spiele, die wir gewonnen haben, auch anders hätten ausgehen können. Wer die Partie gegen Hilalspor gesehen hat, kann vermutlich noch immer nicht glauben, dass wir sie gewonnen haben.“ In der Tat: Die fußballerisch bessere Mannschaft Hilaspor erspielte sich zahllose hochkarätige Torchancen. Kampfstarke Wittenauer verließen am Ende aber als Sieger das Feld. „Andere Teams haben vielleicht mehr Talent. Aber unsere Jungs hauen sich von der ersten bis zur letzten Minute rein. Und wir stehen defensiv richtig gut. Zudem ziehen alle mit: Zuletzt waren 24 Mann beim Training – und das an einem Dienstag im November. Ich glaube, das gibt es in der Landesliga nicht allzu oft“, resümiert Seidel.

Wittenau hat übrigens einen neuen Stürmer: Prince Osman. Die Umstände sind kurios. „Er stand plötzlich bei uns vor der Tür“, verrät Seidel. Osman kommt aus Ghana und in seinem Pass steht als Beruf tatsächlich „Fußballspieler“. In den ersten Partien traf er viermal – zurzeit stagnieren seine Leistungen ein wenig. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass Osman noch kein Deutsch spricht und noch Zeit benötigt, um sich zu aklimatisieren.

Aber zurück zur Frage, wer nun eigentlich die Favoriten auf Meisterschaft und Aufstieg sind: „Den BSV Berolina Stralau und Hilalspor sehe ich weit vorn.“ Seidel rechnet darüber hinaus auch mit Türkspor und Türkiyemspor.

Und was ist mit dem Wittenauer SC? Fakt ist: In den direkten Duellen mit den Topteams auf den Plätzen eins bis acht haben die Wittenauer nur zwei Spiele verloren. Fünfmal verließ man als Sieger das Feld. Und beim Restprogramm bis Weihnachten könnte manch einer denken: „Die hauen wir auch noch alle weg!“ Die Gegner heißen Lichtenrader BC, FC Internationale und BSV Hürtürkel. Diese Teams belegen in der Tabelle die Plätze zehn, elf und 16. Doch Seidel warnt: „Jeder rechnet doch jetzt damit, dass wir diese Spiele auch gewinnen. Aber die Unterschiede sind nicht so groß. Und unsere Jungs müssen sich jeden Sonntag gegen jeden Gegner wieder aufs Neue richtig reinhauen, um etwas zu erreichen.“

Eines kann aber festhalten werden: Der Wittenauer SC, in der Vergangenheit allzu oft als zu stark für die Bezirksliga und als zu schwach für die Landesliga verschrien, hat sich in Berlins zweithöchster Spielklasse längst etabliert. Man spielt die fünfte Saison in Folge in der Landesliga – das hat es in der 107-jährigen Vereinsgeschichte noch nicht gegeben. Und es wird eine sechste Spielzeit hinzukommen. Darf man denn schon zum Klassenerhalt gratulieren? „Ja, danke! Diese Glückwünsche nehme ich an“, sagt Seidel. „Absteigen werden wir in dieser Spielzeit definitiv nicht.“

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