Erstmals Roboter im Bauch: Großer Fortschritt im Vivantes Klinikum

Der Roboter wird zunehmend ein wichtiges Instrument für die Ärzte.
  • Der Roboter wird zunehmend ein wichtiges Instrument für die Ärzte.
  • Foto: Monique Wüstenhagen
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Wittenau. Innovativ bis unter die Haut: Erstmals unterstützte ein OP-Roboter am Vivantes Humboldt-Klinikum, Am Nordgraben 2, einen chirurgischen Eingriff am Bauch. Damit ist die klinische Einichtung die erste im Raum Berlin-Brandenburg, die eine solche Technik verwendet.

Ende Juli entfernte ein zehnköpfiges Team mit Hilfe des DaVinci-Chirurgiesystems bei einer Patientin einen bösartigen Speiseröhrentumor – die erste Operation dieser Art in der Region Berlin-Brandenburg. Bisher half das Robotersystem im Vivantes Humboldt-Klinikum bei der Behandlung von Prostata- und Nierenkrebs sowie Rekonstruktionen des Harntraktes.

„Bei Speiseröhrenoperationen müssen normalerweise der Bauchraum und die Brusthöhle geöffnet werden, also zwei Körperhöhlen – daher bietet sich bei bestimmten Patienten ein minimalinvasives, Roboter-assistiertes Verfahren an, um die Belastung für den Körper und die postoperativen Risiken zu verringern,“ erklärt Operateur Dr. Colin M. Krüger, Fachbereichsleiter für Minimal Invasive Chirurgie/ Robotik am Department für Chirurgie des Reinickendorfer Krankenhauses.

Minimal-invasive Eingriffe seien für den Patienten besser zu verkraften, daher könne man anschließend einen kürzeren Aufenthalt auf der Intensivstation und allgemein eine schnellere Genesung erwarten, so Krüger: „Entscheidend für den Patienten ist nicht in erster Linie die Art und das Ausmaß der Operation, sondern das Ausmaß des chirurgischen Zugangs zu den betroffenen Körperbereichen.“

Die Roboter-unterstützte Operation erfolgt in zwei Schritten – zunächst liegt der Patient auf dem Rücken und es werden die Zugänge in die Bauchhöhle geschaffen. Im Anschluss wird der Patient auf dem Bauch gelegt und es werden insgesamt vier kleine Zugänge zum rechten Brustkorb hergestellt. Die Bauchlage hat den Vorteil, dass der Patient nicht über Stunden nur mit einem Lungenflügel beatmet werden muss, was Komplikationen nach der Operation erheblich reduzieren kann.

Die erkrankten Teile der Speiseröhre können dann exakt entfernt werden und anschließend der Magen als Speiseröhren-Ersatz an den gesunden Teil der Speiseröhre angeschlossen werden, so dass eine normale Nahrungsaufnahme für den Patienten wieder möglich ist. Die Naht zwischen Speiseröhre und Speiseröhrenersatz muss besonders viel aushalten – hierbei ist die chirurgische Präzision, die das DaVinciSystem möglich macht, ein großer Vorteil.

Seit Februar 2014 wird im Vivantes Humboldt-Klinikum mit der Unterstützung eines Roboters operiert, zunächst in der Urologie/ Prostatazentrum und nun auch in der Bauchchirurgischen Klinik. Ein OP-Roboter kann und soll den Arzt nicht ersetzen, aber er kann ein sehr präzises Werkzeug sein. Das Robotersystem am Vivantes Humboldt-Klinikum vergrößert den OP-Bereich visuell um das Zehnfache und bietet 3D-Optik. So kann der Arzt noch präziser operieren.

Die Ärzte im Humboldt-Klinikum sammeln derzeit Daten zur Robotik und wollen diese neue Art des Operierens so voranbringen. „Wir wollen Studiendaten liefern und damit helfen, einen klinischen Patientennutzen nachzuweisen“, so Krüger. Dies sei eine wichtige Voraussetzung dafür, die neue Therapieoption in den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen aufnehmen zu können. Ein OP-Robotersystem kostet in der Anschaffung rund 1,5 Millionen Euro. CS

Autor:

Christian Schindler aus Reinickendorf

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