Nachhaltig, kostengünstiger und mit Halt am S-Bahnhof Wannsee
Aktionsbündnis schlägt alternative Trasse bei der Reaktivierung der Stammbahn vor

Brachliegende Gleise der Stammbahn in der Nähe der ehemaligen Station Düppel.
  • Brachliegende Gleise der Stammbahn in der Nähe der ehemaligen Station Düppel.
  • Foto: Ulrike Martin
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Wannseebahn statt Stammbahn: Ein neu gegründetes Aktionsbündnis macht sich für eine alternative Streckenführung stark.

Wie berichtet, war die Reaktivierung der Stammbahn zunächst im Rahmen des Bahnkonzepts „Deutschlandtakt“ gestrichen worden. Dann aber gab es ein Umdenken. Inzwischen wurde das Projekt als Regionallinie wieder in die Planungen aufgenommen. Der „Deutschlandtakt“ soll bis 2030 den Nah-, Regional- und Fernverkehr so abstimmen, dass Umsteigemöglichkeiten ohne lange Wartezeiten entstehen. Befürworter der Stammbahn begrüßen das Vorhaben, aber es gibt auch Kritik hinsichtlich der Streckenführung. Wie von Bund und Bahn geplant, soll die Stammbahntrasse vom Potsdamer Platz über die Stationen Rathaus Steglitz, Kleinmachnow, Dreilinden und Griebnitzsee nach Potsdam verlaufen – auf der alten Trasse, die seit 1838 in Betrieb war und seit 1961 brach liegt.

Das Aktionsbündnis „Ressourcen nutzen – Natur schützen“ (http://www.stammbahnalternative.de/) macht einen Gegenvorschlag: „Warum nicht das Industriegleis neben der S1 nutzen? Dort könnten sehr schnell Regionalzüge fahren. Bis die Stammbahn in Betrieb geht, vergehen noch mindestens 15 Jahre“, erklärt Ursula Theiler vom Bündnis. Das Gleis führt vom S-Bahnhof Zehlendorf über den Mexikoplatz und den Bahnhof Wannsee bis nach Potsdam und wurde in einem Teilabschnitt bis vor Kurzem noch für Güterzüge genutzt. „Diese Maßnahme wäre weitaus preisgünstiger als der Aufbau der Stammbahntrasse, und vor allem könnten Wald- und Naturgebiete, die in den vergangenen Jahrzehnen gewachsen sind weitgehend erhalten bleiben“, sagt Theiler. Für die Stammbahn hingegen sei eine 50 Meter breite Schneise notwendig. Sie entspreche einer Fläche von 50 Hektar Wald. Die Strecke würde auch durch das Naturschutzgebiet Parforceheide führen.

Ein weiterer Vorteil der Alternative: Mit der Nutzung des vorhandenen Gleises könnte der Bahnhof Wannsee angefahren werden, ein wichtiger Knotenpunkt für Pendler aus Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf, die bei der Stammbahntrassen-Variante dort keinen Anschluss hätten.

Derzeit laufen die Grundlagenplanungen zur Wiederinbetriebnahme der Stammbahn. Theiler: „Deshalb wollen wir mit unserer Alternative an die Öffentlichkeit, der Vorschlag sollte in Betracht gezogen werden.“

Autor:

Ulrike Martin aus Zehlendorf

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