Bücher und mehr: Das Café Tasso feiert zehnten Geburtstag

Wann? 01.04.2017 09:30 Uhr

Wo? Café Tasso, Frankfurter Allee 11, 10247 Berlin DE
Sabine Diste vor einem Teil des Buchbestands im Tasso. Rund 20 000 Bände sind hier ständig verfügbar. Die Fluktuation ist hoch. (Foto: Thomas Frey)
 
Vor dem Eingang stehen bereits die ersten Bücherkisten: das Café Tasso in der Frankfurter Allee. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Café Tasso |

Friedrichshain. Wer sich für Literatur interessiert, kommt an dieser Einrichtung kaum vorbei. Dafür sorgen bereits die Bücherboxen, die, wann immer es das Wetter zulässt, im Freien stehen.

Und das seit jetzt zehn Jahren. Deshalb feiert das Antiquariat und Lokal "Café Tasso" an der Frankfurter Allee 11 am 1. April seinen runden Geburtstag.

Schon die Aufzählung zeigt: Dort gibt es noch einiges mehr, als nur preisgünstige Literatur. Die Einrichtung entstand als Inklusionsprojekt. Träger ist die gemeinnützige Gesellschaft SinneWerk. 17 Menschen mit und ohne Handicap arbeiten aktuell dort. Einige von ihnen sind fast ebenso lange dabei, wie das Tasso existiert. Auch nach dem Ende ihrer geförderten Arbeitsplätze wurden sie übernommen.

Die Bücher bilden schon zahlenmäßig den Schwerpunkt. Rund 20 000 Werke seien aktuell im Bestand, sagt Chefin Sabine Diste. Mit entsprechender Fluktuation. An jedem Wochentag kämen 600 bis 800 neue Bücher hinzu. Sie finden jede Menge Abnehmer.

Sie erhalte das Antiquariat durch Wohnungsauflösungen, Schenkungen oder, gerade in diesen Wochen, weil beim Frühjahrsputz manche Werke aussortiert werden. Manchmal bringen Menschen den Lesestoff persönlich vorbei, in der Regel holen ihn Tasso-Mitarbeiter ab. Nur besonders wertvolle Exemplare werden ausschließlich online angeboten. Alle anderen landen in den Regalen in der Frankfurter Allee 11 und werden dort für den Einheitspreis von 1,50 pro Band verkauft. Ganz egal, wie dick oder dünn, alt oder neu das Buch ist. Das sei Teil des Geschäftsprinzips, erklärt Sabine Diste. Das Angebot soll sich jeder leisten können. Und es gebe immer noch genügend Menschen, die zwar gerne lesen, aber keinen zweistelligen Betrag für ein Buch übrig hätten.

Der Buchhandel ist ein wichtiger Einnahmeposten. Denn trotz gemeinnütziger Trägerschaft müssten die Kosten für den Betrieb hereinkommen, stellt Sabine Diste ebenfalls klar. Nicht nur deshalb gibt es mit dem Lokal noch ein weiteres Standbein. Es bietet täglichen einen Mittagstisch an, natürlich Kaffee und Kuchen und das alles aus Bioproduktion. Auch dabei ist das Preisniveau eher niederschwellig.

Und schließlich noch das dritte Angebot – regelmäßige Lesungen und Konzerte. Dafür ist der Eintritt grundsätzlich kostenlos. Auch damit soll allen ein Besuch ermöglicht werden. Die Einnahmen für die Künstler generieren sich durch freiwillige Spenden. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb gebe es kein Problem mit Auftrittsnachfragen. Viele, auch bekanntere Namen, würden schon wegen der besonderen Atmosphäre herkommen, meint die Leiterin.

Dabei sind es nicht nur Menschen mit eher schmalem Geldbeutel, die das Stammpublikum des Tasso ausmachen. Zu ihm gehören Studenten ebenso wie Rentner, Nachbarn oder das Laufpublikum auf der Frankfurter Allee, Buchsüchtige, die eigentlich nur kurz einen Blick auf das Angebot werfen wollen und dann mehrere Exemplare einkaufen. Manche kommen nur für einen kurzen Abstecher, andere verbringen gerne ganze Nachmittage im Café. Häufig lesend. Es ist diese Mischung, die das Antiquariat und Lokal ausmacht. Einschließlich des Personals

Das alles wird am 1. April gefeiert, während der Öffnungszeit von 9.30 bis 20 Uhr, unter anderem mit einer Jubiläums-Collage der Lieblingsbücher und Losen für Kinder. Ab 18.30 Uhr gibt es ein Literaturquiz für Erwachsene. Das Abendprogramm beginnt um 20 Uhr mit lateinamerikanischer Musik. tf

Mehr, nicht nur über den Geburtstag, findet sich unter www.cafe-tasso.de.
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