Der Künstler ist fast immer im Bild: Matthias Koeppel stellt auf der Zitadelle aus

Wann? 19.11.2017 10:00 Uhr bis 19.11.2017 17:00 Uhr

Wo? Zitadelle Spandau, Zitadelle Spandau, 13599 Berlin DE
Traditionelle Malerei und neue Technik: 1999 malte sich Koeppel beim "Picknick bei Blechen". (Foto: Christian Schindler)
Berlin: Zitadelle Spandau |

Haselhorst. Noch bis zum 19. November ist in der Alten Kaserne auf der Zitadelle die Ausstellung „Der Maler ist im Bild. Matthias Koeppel zum 80. Geburtstag“ zu sehen.

Der Ausstellungstitel trifft doppelt zu. Wenn Matthias Koeppel zum Pinsel greift, kann sich der Betrachter sicher sein, dass der Künstler auch ein Selbstporträt im Sinn hat. Ob erste Gemälde aus den 1950er Jahren oder ganz aktuelle Großformate, wer ein Koeppel-Bild ohne Koeppel sucht, muss sich Zeit nehmen.

Dabei nimmt sich der Künstler, der mit seinen mittlerweile 80 Lebensjahren (Geburtstag war am 22. August) auf ein riesiges und hoffentlich noch lange nicht abgeschlossenes Werk blicken kann, gar nicht besonders ernst. Da wo Koeppel drin ist, muss er manchmal auch gesucht werden. Dann ist er Randfigur einer Szene, die auf Größeres verweist. Das kann dann der Mauerfall sein oder eine sarkastische Abrechnung mit dem Kapitalismus, wenn er Investoren malt, die über eine Stadt herfallen.

Und das ist dann auch die zweite Bedeutung des Ausstellungstitels. Matthias Koeppel ist immer über die Zeitläufe im Bilde, als kritischer Beobachter, der sich dann wieder im Wortsinn sein eigenes Bild macht.

Abstraktion der Moderne

Koeppels Kunst zeichnet sich dadurch aus, dass er sich immer den kritischen Blick bewahrt, auch um den Preis des Außenseiterdaseins. Als er in den Kunstbetrieb einstieg, war dort nach der Barbarei des Nationalsozialismus alles Gegenständliche verpönt. Die Moderne, die die Nazis in Deutschland beendet hatten, musste mit ihrer Abstraktion nachgeholt werden.

Koeppel stellte sich dagegen. Er bewies, dass der realistische Blick alles andere als unkritisch sein kann. Jetzt, wo auch der Realismus wieder wohl gelitten ist, leistet sich der weise Künstler auch wieder den Weg weg vom reinen Realismus. Seit vergangenem Jahr streitet er für einen Neokubismus.

Auf der Zitadelle sind rund 120 Gemälde aus den Jahren 1954 bis 2017 zu sehen. Wer den Künstler noch besser kennen lernen möchte, sollte sich den 16. November merken. Dann führt er um 14 Uhr durch seine Ausstellung. Und jeweils freitags ab 14 Uhr kann man ihm beim Malen in den Ausstellungsräumen zusehen. CS

Geöffnet ist die Ausstellung täglich von 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet den normalen Zitadellen-Eintritt von 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.
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