Sabine Rennefanz in der Humboldt-Bibliothek: "Die Mutter meiner Mutter"

Wann? 07.10.2015 19:30 Uhr

Wo? Humboldt-Bibliothek, Karolinenstraße 19, 13507 Berlin DE
Berlin: Humboldt-Bibliothek |

Tegel. Im Rahmen der Reihe „Lesezeichen – Literatur live in Tegel“ ist am 7. Oktober um 19.30 Uhr Sabine Rennefanz zu Gast in der Humboldt-Bibliothek, Karolinenstraße 19.

Sie liest aus ihrem neuen Roman „Die Mutter meiner Mutter“. Mit dem Ende des 2. Weltkriegs fängt für die 14-jährige Anna der Kampf erst an. Als Flüchtling landet sie ganz allein in Kosakenberg, einem Dorf in der sowjetischen Besatzungszone, und findet dort Unterschlupf.

Dorthin kehrt 1949 auch Friedrich Stein aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Ein gebrochener Mann, 20 Jahre älter als Anna. Als Friedrich Anna auf einem Dachboden überfällt, scheint für sie die Welt zu enden.

Neun Monate später bekommt sie ein Kind. Sie versteinert. Und schweigt. Die Kosakenberger zwingen Friedrich, Anna zu heiraten. Anna, damals 18, hat keine Wahl. Auch nach Friedrichs Tod und dem Ende der DDR hält sie ihr Schweigen aufrecht. Warum? Und was macht die Wahrheit mit den Töchtern und Enkelinnen, als sie sie lange nach dem Tod des Großvaters völlig unerwartet erfahren?

Sabine Rennefanz erzählt Anna Steins Geschichte aus der Perspektive der Enkelgeneration. Brutalität und Gewalt gab es nach dem Krieg in vielen Familien. Und wie in Annas Fall wurde fast immer weggesehen und geschwiegen. Die Sünde der Väter ist bis heute tabuisiert.

Sabine Rennefanz, 1974 in Beeskow geboren, wuchs in Eisenhüttenstadt auf und studierte Politikwissenschaften in Hamburg. Sie arbeitete zunächst als freie Journalistin für Die Zeit, die Financial Times Deutschland und den Tagesspiegel. 2001 wurde sie Redakteurin bei der Berliner Zeitung, 2003 ging sie als Korrespondentin nach London. Seit ihrer Rückkehr 2008 in die Zentralredaktion, schreibt sie über Integration und Landespolitik.

Sabine Rennefanz wurde 2006 als Newcomer des Jahres mit dem Goldenen Prometheus ausgezeichnet und erhielt 2010 den Theodor-Wolff-Preis. Für ihren Essay „Uwe Mundlos und ich“ bekam sie den Deutschen Reporterpreis. Bekannt wurde sie mit Ihrem Buch „Eisenkinder“.

Der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt vier Euro. CS
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