Ungewöhnliches Studentendorf an der Eichbuschallee

Anwohner bepflanzen erste Hochbeete, dahinter steht der Mustercontainer. (Foto: Ralf Drescher)

Baumschulenweg. In den letzten zwei Jahrzehnten hatten die Anwohner der Eichbuschallee die Ruinen des DDR-Instituts für Lebensmitteltechnologie im Blick. Jetzt sind die Ruinen verschwunden, auf dem Areal entsteht ein Studentendorf.

Ein voll ausgestatteter Mustercontainer mit Schlafecke, Einbauschränken, Bad und Küchenzeile zog Ende Juli bei der offiziellen Vorstellung neben Studenten auch Anwohner an. "Das Wichtigste ist, dass die Brandruinen endlich verschwunden sind. Wir hatten uns seit Jahren immer wieder über den Zustand beschwert, leider ohne Erfolg", sagt Anwohner Peter Duering.Verschwunden sind die Ruinen, weil der Platz für "Frankie", "Johnny" und "Nelly" gebraucht wird. Das sind die Namen der geplanten Gebäudekomplexe, die aus Hochseecontainern zusammengesetzt werden. "Bei einem Besuch im Herbst 2012 in einem Containerdorf für Studenten in Amsterdam kam mir die Idee, etwas Ähnliches in Berlin zu versuchen. Da das Umfeld dort nicht gerade schön war, haben wir für den Standort an der Eichbuschallee einen Architekturwettbewerb ausgelobt", erzählt Jörg Duske, der Investor.

Baurechtlich sind die Komplexe aus den früheren Hochseecontainern Gebäude. Am Standort Eichbuschallee fordert das Baugesetzbuch die Anpassung an umliegende Bebauung. Geplant sind rund 300 Container, von denen rund ein Fünftel für eine Nutzung durch Lebensgemeinschaften verbunden werden. Geheizt wird mit Biogas und eigenem Blockheizkraftwerk, schnelles Internet gehört zur Grundausstattung.

Zu den ersten Besuchern des Mustercontainers gehörte Andy Jauch, SPD-Abgeordnetenhausmitglied und Vorsitzender des Bürgervereins Baumschulenweg: "Wir freuen uns auf die jungen Leute, die diesen lange Zeit tristen Ort beleben werden. Als Abgeordnetenhausmitglied hatte ich in den letzten Jahren rund 30 Beschwerden von Anwohnern bekommen, die einen Abriss der Ruinen forderten."

Den hat nun Jörg Duske übernommen. In sein Studentendorf investiert er rund 13,5 Millionen Euro, allein der Abriss der mit Asbest belasteten Baracken hat 300 000 Euro gekostet.

Im September sollen die ersten Studenten einziehen, bis zum Herbst 2014 soll das komplette Dorf fertig sein. Vermietet wird übrigens nur an Studenten, die Mindestmietzeit beträgt ein halbes Jahr. Für eine Studentenwohnung (26 Quadratmeter) sind pro Monat 349 Euro zu zahlen, Betriebskosten und Internet inklusive. Rund 100 Bewerber haben schon ihr Interesse bekundet.

Vermietet wird nur über das Internet unter www.eba51.de

Ralf Drescher / RD
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